NGG zu Teilzeit-Debatte

Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Claudia Tiedge, hat sich zu den Plänen des CDU-Wirtschaftsflügels geäußert, das Recht auf Teilzeitarbeit abzuschaffen. Das gehe „meilenweit an der Realität der Arbeitswelt vorbei“, so Tiedge.

Dieser Vorstoß treffe insbesondere Frauen, denn Teilzeitarbeit sei in Deutschland überwiegend weiblich. „Wer es ernst meint mit mehr Frauen in existenzsichernder Vollzeit, muss endlich die strukturellen Ursachen angehen: eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit, verlässliche Kinderbetreuung und eine funktionierende Pflegein-frastruktur. Alles andere ist reine Symbolpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten“, so Tiedge weiter.

Es sei angesichts des großen Bedarfs an Fach- und Arbeitskräften nötig, Barrieren abzubauen, die den Weg in den Arbeitsmarkt oder zu einer Vollzeittätigkeit versperrten.

In den NGG-Branchen in der Lebensmittelproduktion, der Getränkeindustrie und dem Gastgewerbe sichern hunderttausende Beschäftigte in Teilzeit den reibungslosen Ablauf der Betriebe – im Schichtdienst, an Wochenenden und zu Arbeitszeiten, die alles andere als attraktiv sind. Für Millionen Menschen in Deutschland ist Teilzeitarbeit laut NGG keine Bequemlichkeit, sondern die zwingende Voraussetzung, um Beruf, Familie, Pflegeverantwortung oder die eigene Gesundheit miteinander vereinbaren zu können.

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"NGG zu Teilzeit-Debatte", UZ vom 30. Januar 2026



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