Abschied statt Debatte

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Die Partei verabschiedet sich von ihrer Cheffriedenstaube. (Foto: UZ)

Es gibt einen Geschäftsordnungs-Antrag von Bundesgeschäftsführer Janis Ehling, die Leitantragsdebatte abzubrechen, um in das in der Satzung festgelegte FLINTA-Plenum zu gehen. Harsche Gegenrede einer Delegierten: die Debatte sei fortzuführen, um qualifiziert den Parteivorstand wählen zu können. Man werde mit Videos und Badelatschen zugeklatscht, anstatt Anträge zu beraten. Wütende Gegenrede von Ates Gürpinar, man müsse Jan van Aken verabschieden und einen Vorstand wählen. Außerdem wehre er sich dagegen, dass sich die Genossin gegen die Gastreden von gestern wende. Hat die Delegierte zwar nicht gesagt, aber das stört Gürpinar nicht. Inhaltlicher wird es nicht. Der Antrag von Ehling wird trotzdem angenommen.

Es folgt ein weiterer GO-Antrag, wenigstens noch das gerade behandelte Kapitel und das zur EU durchzuarbeiten. Auch das wird abgelehnt.

Statt Debatte folgt ein langes Video über Jan van Aken. Der – Überraschung – findet, es solle keine Milliardäre geben. Die Delegierten halten vorher verteilte „Danke“-Schilder hoch. „Es war ne geile Zeit“, dröhnt es aus den Boxen, Umarmung mit Ines Schwerdtner, noch ein Lobesrede von ihr auf ihn, ein Abschiedsgeschenk in Form einer Gartenschürze und eines T-Shirts. Dann geht van Aken noch mal ans Mikro und sagt, dass er findet, es sollte keine Milliadäre geben. Schnell noch die Vermögenssteuer und den Mietendeckel beworben und dann ist auch das erledigt. Könnte man meinen. Doch van Aken erzählt noch seinen Traum für die Linkspartei, den er ihr als Aufgabe hinterlässt: „Die Linke“ soll Volkspartei sein. 25 Prozent müssten doch drin sein.