
Stress im FLINTA-Plenum: Der Raum war viel zu klein. Deswegen beginnt der Nachmittag mit einer ausführlichen Entschuldigung der Tagesleitung. Dann wird der nächste Gast begrüßt: Hans-Jürgen Urban vom Geschäftsführenden Vorstand der IG Metall.
„Mein Name ist Hans-Jürgen Urban und ich bin der Auffassung, wir bräuchten mehr Jan van Akens“, fischt er zu Beginn seiner Rede nach Applaus. Der kommt auch. Urban zählt die Schreckensliste des kommenden Kahlschlags auf, spricht von einer „Demontage des Sozialstaats“. Dagegen setzt er auf eine „zupackende Vermögens- und Einkommenssteuer“, und die Aufnahme aller Erwerbstätigen in die Sozialsysteme. Das wären echte „Strukturreformen“.
Hinzu komme, dass Jahr für Jahr tausende Industriearbeitsplätze verloren gehen und dann zitiert er Lenin, mit der „alten linken Frage: Was Tun?“. Die sei zwar schon von „klügeren Leuten“ beantwortet worden, aber sie stelle sich heute trotzdem. Urban setzt auf Aufklärung und „Kampf gegen rechts“. Dabei könne man sich nicht auf die Kraft des besseren Argumentes verlassen. Statt Diskurs sei „antifaschistische Aktion“ angesagt – großer Applaus.
Dann werden die gemeinsamen Aufgaben beschworen: Bereitschaft zu solidarischer Gegenwehr muss erzeugt und eingeübt werden, in den Betrieben ist es der Job der Gewerkschaften, aber auch gesellschaftlich müsse sich was tun. Der gemeinsame Job von Linken und Gewerkschaften sei es, den Protest auf die Straßen zu tragen. Dann noch einmal fischen nach Applaus: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, Genossinnen und Genossen, diese Gesellschaft, diese Welt braucht eine starke Linke!“ Applaus, Alerta-Sprechchöre. Abgang und Plenums-Berichte.