Irgendeinen gibt’s immer…

Es ist knapp, aber in der Generaldebatte Themenblock „Außenpolitik“ kommt er doch noch dran, als letzter Redner der Liste: Wulf Gallert, der Rechtsausleger des Parteivorstands, hat schon auf den letzten Parteitagen bewiesen, dass er mit dem Erfurter Programm wenig zu tun hat, aber dafür viel mit dem NATO-Narrativ. So beschwor er immer wieder, dass man sich an das eigene Parteiprogramm nicht zu halten brauche, der Russe sei jetzt böse, also keine gemeinsame Sicherheitsarchitektur für ganz Europa.

Aber er überrascht erst mal und fängt mit Wirtschaftspolitik an. Denn in der Chemiewirtschaft in Sachsen-Anhalt haben die Menschen Angst um ihre Arbeitsplätze, weil die EU keine Transformation und keinen ökologischen Ansatz kann und deshalb muss die Linke eben dies fordern und Industriepolitik entwickeln. Schließlich, so findet Gallert, habe man in vielen Wahlprogrammen festgelegt, die EU sei Kampffeld der Linken, nicht ihr Feind. Wer sich gegen die EU stellt, soll das mal den Arbeitern im Chemie-Dreieck in Sachsen-Anhalt erklären, denn ohne EU gibt es keine Industriepolitik. Das Glöckchen ertönt, um auf das baldige Ende der Redezeit hinzuweisen; Abgang Gallert, Verwirrung im Publikum.