Linda Fischer aus Hamburg zitiert aus dem Leitantrag des Parteivorstands, Europa solle zur „Friedenskraft“ werden. Ist das möglich?, fragt sie. Könne es eine Armee eines imperialistischen Landes – wie Deutschland eines ist – geben, die nur zur Verteidigung da sei? Fischer fordert eine antikapitalistische und antimilitaristische Linke und ruft kurzerhand dazu auf, alle Änderungsanträge in diesem Sinne anzunehmen. So kann man’s auch machen.
Es könne nicht sein, dass ein großer Bogen um Positionen gemacht werde, „die vom Großteil unserer Partei und auch von großen Teilen der Gesellschaft geteilt werden“, schimpft Deniz Demirel von der Linksjugend. Er befürchtet, dass „Die Linke“ wieder einmal Rückschritte im Widerstand gegen den Genozid in Gaza macht. Statt sich aus falscher Rücksichtnahme auf eine kleine, aber extrem laute Minderheit wegzuducken, solle sich die Partei klar gegen die Waffenlieferungen an Israel aussprechen. Er verurteilt auch den „Trugschluss der EU-Friedensmacht“ und ruft zur Solidarität mit Kuba auf. „Hoch die Internationale Solidarität“, endet Demirel. Der Applaus kommt aus mehreren Ecken.
Aleksandar Zlatic richtet seine Worte an „den rechten Flügel der Partei, an die Reformer, an die Zentristen“ – ganz liebevoll natürlich. Die ganze Welt wisse, dass Israel einen Genozid und ethnische Säuberungen an den Palästinensern begehe, fährt er fort. Dass es keine Rückendeckung für den Apartheidstaat Israel aus Deutschland geben könne, sei eine Mindestforderung für eine linke Partei. Er verweist auf die Repression gegen die Palästinasolidarität in Neukölln und ruft „Free Palestine!“.