
Es folgen Gastreden von Vered Bermann und Aida Touma-Suleiman. Bermann ist in West-Jerusalem aufgewachsen und erzählt von ihren persönlichen Erfahrungen und Verlusten. Sie fordert eine Linke, die Antisemitismus entschieden bekämpft und gleichzeitig den Mut habe, gegen „Krieg, Besatzung, Entmenschlichung und Genozid aufzustehen“. Es sei leicht zu sagen, dass man die israelische Regierung kritisiere. Diese Rechtsextremen zu kritisieren, sei das Mindeste. Die Kritik müsse sich gegen das System der Besatzung richten, das auch von Liberalen in Israel aufrechterhalten werde. „Stellt euch doch auf die Seite von linken Israelis und Palästinenserinnen“, dann könne gezeigt werden, dass „Jüdische Sicherheit“ und „Palästinensische Freiheit“ einander bedingen.
Aida Touma-Suleiman von der Kommunistischen Partei Israels und Knesset-Abgeordnete des Wahlbündnisses Chaddasch redet Klartext. Es würde nicht reichen Netanjahu, Ben-Gvir und Co. loszuwerden, denn der israelische Staat an sich sei ein Apartheidstaat. Was sie formuliert, wird einigen am rechten Land der Linkspartei nicht schmecken. Sie benennt die Verbechen von Apartheid, Besatzung und Vertreibung, und fordert konkret auch auf, die deutsche Regierung endlich an ihrer Komplizenschaft zu hindern. Sie bekennt sich klar zu einem freien und souveränen Palästina und fordert einen Gesetzentwurf für den Boykott von Produkten aus besetzten Gebieten. Am Ende ihrer Rede steht der Saal Kopf, wer sitzen bleibt, outet sich als Zionist.