Losglück?

Kleine Empfindlichkeiten brechen sich Bahn. Die Tagesleitung ergreift das Wort. Sie wolle sich dagegen wehren, dass behauptet werde, dass es in der „Linken“ einen „rechten Flügel“ gebe. Sie komme aus Sachsen, da gebe es richtige Rechte. Gemeint sind die AfD-Landtagsabgeordneten. Der Saal klatscht, ein Argument kommt nicht. Die Generaldebatte wird fortgesetzt.

Bundestagsabgeordnete Desiree Becker weist darauf hin, dass die von Pistorius geforderte „größte konventionelle Armee Europas“ nichts mit Landesverteidigung zu tun habe. Verteidigt werden sollen die Privilegien des globalen Nordens gegen den globalen Süden.

Anjo Genow aus Berlin ist „entsetzt“, dass sich auch einige Genossinnen und Genossen der „Linken“ auf das Spiel einlassen, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung als Friedenspolitik zu verkaufen. „Krieg dem Krieg“, ruft er im Jubel.

 „Entscheidend für uns als Linke ist, wem dienen militärische Strukturen und was verteidigen sie?“, fragt Nina Peitropoli aus Berlin. Sie spricht sich für die Schulstreiks gegen Wehrpflicht aus, da Hochrüstung und Kriegspolitik im Interesse des Kapitals seien.

Es bleibt abzuwarten, ob die vielen kritischen Stimmen auf Losglück zurückgehen, oder ob sich die Kritik auch im Abstimmungsverhalten einer Mehrheit niederschlägt. Und während wir uns das fragen, geht Parteivorstandsmitglied Wulf Gallert ans Mikrofon …