Theo Glauch aus Bayern will ebenfalls Stellvertretender Parteivorsitzender werden. Er fordert eine „starke, sozialistische Partei“. Er kandidiere „bewusst ohne Abgeordnetenmandat“. Die Stärke der Partei sei die Arbeit der Basis. Er habe Erfahrungen in Kämpfen gegen hohe Mieten in München. Jeder soziale Kampf sei „ein Kampf gegen das Gefühl der Ohnmacht im Kapitalismus“, dieses Erleben von Selbstwirksamkeit sei für ihn auch „praktischer Antifaschismus“. Deshalb müsse „Die Linke“ als „organisierende Klassenpartei“ aufgebaut werden. „Krieg und Militarisierung sind Klassenfragen“, spricht Glauch auch das das drängendste Thema unserer Zeit an. Klingt alles vernünftig. Wir haben jedenfalls wenig zu meckern, muss ja auch mal sein.
Den Abschluss macht Wenke Brüdgam, die Gleichstellung als „Herzensthema“ hat. Sie kommt aus Mecklenburg-Vorpommern, ein Ort, „an dem linke Politik konkret Leben verändert“. Das merke man unter anderem in Kitas und Schulen. Regierung gut, alles gut. Im vergangenen Jahr ist sie als Gleichstellungsbeauftragte des Landes zurückgetreten. Hintergrund war eine verpatzte social-media-Aktion, bei der sie Deutschlandfahnen von fremden Häusern abgerissen hatte. Auf dem Parteitag bedankt sie sich heute für die erfahrene Solidarität – und sagt, dass sie in die Entscheidung, im Bundesrat den Kriegskrediten zuzustimmen, nicht involviert war. Gut fand sie sie aber auch nicht.