Ohne eingegangene Widersprüche und mit zwei zurückgezogenen Änderungsanträgen geht die Debatte zum Kompromiss „Für gleiche Rechte im Nahen Osten /Westasien – gegen jeden Rassismus und Antisemitismus“ zu Ende. Der Parteitag nimmt ihn an. Der Applaus ist mehr als mäßig.
Weiter geht es mit einem Antrag zur Unterstützung der Gaza-Flotillen. Auch hier wurde ein Kompromiss erarbeitet, eine Gegenrede traut sich niemand zu halten. Jan van Aken behauptet in seiner Für-Rede für diesen Kompromiss erneut, dass an den Gaza-Flotillen im Jahr 2010 Islamisten beteiligt waren. Dass die Flotilla damals von Israel überfallen wurde und zehn Menschen ermordet wurden, erzählt er nicht. Der Kompromiss besteht daraus, Gewaltfreiheit zu betonen. Der Parteitag stimmt zu.
Der SV Leipzig bringt einen Antrag „Linke Grundsätze in der Nahostdebatte“ ein. Hier geht es nicht mehr nur um die Entwicklung von Haltungen, sondern um politische Konsequenzen. „Die Linke wirkt darauf hin, dass öffentliche Stellungnahmen von Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern die programmatischen Grundsätze der Partei – insbesondere in Bezug auf Frieden, Völkerrecht und Antimilitarismus – widerspiegeln“, heißt es darin beispielsweise. Das wäre ja mal was. Eine Gegenrede gibt es nicht. Der Antrag ist beschlossen und die Antragsdebatte zu Nahost beendet.