
Zu Sitzungsbeginn hatte Luigi Pantisano beantragt, die Redezeit jeweils um fünf Minuten zu kürzen. Imagewerbung ist für ihn vielleicht eine gute Idee.
Zum Auftakt bedankt sich Pantisano für das (anscheinend ja nicht sehr ausgeprägte) Vertrauen, und zeigt sich von Demut erfüllt. Er wisse, so Pantisano, dass 53 Prozent kein besonders gutes Ergebnis sei, es sei aber „eine ehrliche Bestandsaufnahme“.
Dann hangelt er sich an der Steinhaus-Metapher entlang: Festest Fundament, dicke Wände, keine Festung, offene Türen. So ein Haus hätte er als Jugendlicher gebraucht, um über den Irak-Krieg oder die fehlende Anerkennung für seine Eltern zu sprechen und es in der PDS gefunden.
Von der Klassenzugehörigkeit schnell zu den Zukunftsplänen: Er will „anpacken und sich die Hände schmutzig machen“ und da sein „wenn die Wolken aufziehen“. Dann folgt Werbung für die Sozialproteste und Empörung über die neusten Schweinereien – praktischerweise hat gestern die Rentenkommission ihre Vorschläge durchgestochen.
„Lieber Herr Merz, fangen sie doch erst Mal bei sich selbst an und verzichten Sie auf ihre staatliche Rente, das wäre doch mal ein Zeichen“, fordert Pantisano den Bundeskanzler auf. Ob er die freundliche Anrede gewählt hat, weil es gestern einen kleinen Skandal um seine Äußerungen zur CDU gegeben hat, der auch von anonym zitierten Abgeordneten der Linkspartei befeuert wurde, wissen wir nicht. Falls ja, funktioniert es nicht, unter den Delegierten kommt nicht so richtig Stimmung auf.
Schnell geht er über zu den Landtagswahlen, denn das beste Mittel, um die AfD in Regierungsverantwortung zu verhindern, sei eine starke Linke. Ob sie das als Tolerierer einer CDU-Minderheitesregierung machen wollen, dazu äußert sich Pantisano nicht.
Nächstes Thema: Pantisano sieht sich in der Verantwortung, einen Plan zu entwickeln, der die Arbeiter für die Linkspartei begeistern soll. Dafür habe er schon mit Bekanntgabe seiner Kandidatur eine Telefonnummer eingerichtet, bei der Arbeiter ihn anrufen können. Mit hunderten habe er so telefoniert. Aha.
Ansonsten tourt er durch die Partei. Sie sei Ausgang seiner Arbeit. Es sei ihm eine Ehre, diese Partei zusammen mit Ines Schwerdtner als Vorsitzender anführen zu dürfen. Richtig Bock darauf habe er, auch darauf, eine neue Gesellschaft aufzubauen, „Stein für Stein“.
Der Applaus bleibt so dünn wie das Wahlergebnis, es muss Musik her, damit wenigstens ein Teil Delegierten aufsteht. Schnell Musik wieder aus, das Licht an und Ines Schwerdtner auf die Bühne.