
Olga Fritzsche aus Hamburg stellt sich vor. Der erste Fragesteller spricht in der anschließenden Fragerunde ein wichtiges Datum an: Am 22. Juni jährt sich der faschistische Überfall auf die Sowjetunion zum 85. Mal. Wie könne man vor dem Hintergrund der 27 Millionen ermordeten Sowjetbürger dafür sorgen, das Feindbild Russland loszuwerden? So eine Frage haben wir auf dem Parteitag noch gar nicht gehört und sind gespannt auf die Antwort. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion fange sie gar nicht erst an, sagt Fritzsche dann aber. Da reichen keine zwei Minuten. Schade.
Özlem Alev Demirel wird mit Applaus zum Mikro geleitet. Sie sagt, sie sei die Summe ihrer Erfahrungen, wie alle Menschen: Gewerkschafterin, Antifaschistin. Sie erzählt die Migrationsgeschichte ihrer Familie, Militarismus habe nichts mit Freiheit zu tun, das habe sie durch die Verfolgung ihrer Eltern erfahren. Militarismus verteidige keine Freiheit, er bedrohe sie.
Dann zählt auch sie schnell ihre Agenda auf: Wer gegen Sozialabbau kämpft, muss auch gegen Faschismus kämpfen. Gegen das „nach unten treten“ müsse die Linkspartei die Solidarität setzen, den Widerstand organisieren. Nach jeder Krise seien die Reichen reicher und die Armen zahlreicher. Sie will eine „klare Proteststimmung“ gegen die Angriffe und gegen den Militarismus, den sie „aufkeimend“ findet. Noch schnell Rosa Luxemburg zu den Werktätigen zitiert, die sich „ihren Kriegen verweigern“. Sie habe „Bock auf einen heißen Herbst“, schließt Demirel.
Die Fragen beantwortet sie kurz und bündig. „Russlands Krieg“ sei „völkerrechtswidrig“, das heiße aber nicht, die Taten der NATO zu relativieren. Gefragt war was anderes. Ansonsten will sie, dass alle Mitglieder der Linkspartei in den Gewerkschaften sind und Betriebsgruppen aufbauen. Die Farbe ihrer Partei ist ihr egal, solange alle vertreten sind, antwortet sie auf die Frage, ob Die Linke „zu weiß“ sei. Mit ihrer Vorgängerin als Landesvorsitzende in NRW hat sie einen Schlagabtausch, der zumindest für uns nicht nachvollziehbar ist. Den Delegierten scheint er egal zu sein.