Die erste Verhandlungsrunde für die bundesweit 585.000 Beschäftigten in der Chemie- und Pharmaindustrie ist letzte Woche in Hannover ohne Ergebnis vertagt worden. Ein konkretes Angebot legte die Kapitalseite während der zweitägigen Gespräche erst gar nicht vor.
„Eine Nullrunde wird es mit uns nicht geben“, bekräftigte Oliver Heinrich, der für die IGBCE die Verhandlungen führt. Nun ist es so, dass die Gegenseite, der Kapitalverband BAVC, zum Verhandlungsauftakt noch einmal eine „Atempause“ forderte. Und die IGBCE tut sich bisher schwer damit, zu Warnstreiks zu mobilisieren.
Heinrich bemüht sich wohl auch deshalb darum, „positive Signale“ bei den BAVC-Vertretern erkennen zu wollen. Zählbares gibt es nämlich nicht, im Gegenteil: Die „Arbeitgeberseite“ habe klar gemacht, dass es aus ihrer Sicht kaum Spielraum beim Entgelt gäbe. Heinrich versucht es mit Sachargumenten: Wegen der hohen Inflation der vergangenen Jahre bräuchten die Beschäftigten dringend mehr Geld im Portemonnaie, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der IGBCE.
Neben einer Stärkung der Kaufkraft fordert die IGBCE in der aktuellen Tarifrunde tarifvertragliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung. Darüber sei in den bisherigen Gesprächen intensiv diskutiert worden: „Wir haben klar gemacht, dass wir Sicherheit vermitteln wollen und klare, verbindliche Zusagen für die Beschäftigten brauchen. Unser Anspruch sollte sein: Tarif bedeutet Sicherheit“, so Heinrich.
Am Ende der Verhandlungen müsse ein Gesamtpaket stehen, das auf die Zukunft der Branche einzahle und allen gerecht werde. Die IGBCE spricht selbst davon, dass „Teile der Branche unter Druck stünden“. Aber die Lage sei „sehr gemischt“. In vielen Betrieben, etwa im Pharma-Bereich, laufe es sehr gut.
Am 23. und 24. Februar werden die Tarifgespräche in Wiesbaden fortgesetzt. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus.








