Februar I. Facebook ist voller toller Fotos aus Gran Canaria oder Menorca, Sonne hier, Cocktails dort, Füße im Wasser überall. Der „Freundes“kreis lässt sich nicht lumpen, aus der Ferne zu grüßen. Im Westpark auch Lumpen, auf der schneebedeckten Wiese, mit Menschen drin. Die dort übernachten, weil sie müssen oder nicht mehr anders können. Es ist zum Kotzen.
Politiker vs. Realität I. Jens Spahn: „Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten.“ Realität: Die Lebenserwartung in Deutschland erreichte 2024 rund 83,5 Jahre für Frauen und 78,9 Jahre für Männer. Idiot.
Endgegner I. Ich möchte noch einmal vorgeben: Nichts in dieser Kolumne passiert nicht. Und so hatte ich ein weiteres „Date“ mit der Hämatologin. Wieder quer durch die Stadt, wieder Bezahlparkplatz, wieder Anmeldung. „Hi, ich hab ’nen Termin für 10.50 Uhr“. Nervöses Tastaturgeklapper: „Hier steht aber nichts … ah, warten Sie …“ „Ich bin dabei“, sage ich, mich witzig findend. „… wir haben Februar!“ „Jawoll“, sage ich, „und zwar den 19.!“ „Ihr Termin ist am 19. … März.“ Stille.
Februar II. Das „Erste“ zeigt samstags um 19 Uhr nicht wie immer Fußball, sondern … Bobfahren. Dafür aber live. Mir wird vor Spannung die Hose nass: 2 Menschen hüpfen in eine Blechdose, fahren einen Eiskanal runter und landen unten – wenn sie keinen 2-Millimeter-Fahrfehler machen – 1 Quadramillionstel vor oder nach dem nächsten Bob. Das ist so spannend wie ein ausgelutschter Tatort aus Münster, und zwar bei jedem Bob von vorne. Ach kommt schon, Leute …

Politiker vs. Realität II. Friedrich Merz: „Der Krieg in der Ukraine dauert jetzt in wenigen Tagen vier Jahre. Der dauert jetzt schon länger als der II. Weltkrieg.“ Realität: Der II. Weltkrieg dauerte in Europa 6 Jahre und 1 Tag. Kommt davon, wenn man früher im Geschichtsunterricht bisschen zu weit hinten rechts gesessen hat. Isso.
Februar III. „Reale“ Freunde außerhalb von Facebook und Instadarm machen sich rar, verschwinden unter Wolldecken und Beziehungen, bestellen Sushi und schauen Serien. Ich treffe bei Schnee und 0 Grad drei weitere Februaropfer, werfe bei klarster Winterluft meine Eisenkugeln, gehe danach in die heiße Küchenbadewanne und denke … nichts. Schön.
Endgegner II. Eile hochroten Kopfes zum Parkplatz, die Parkkarte ist 10 Minuten umsonst. Starte das Auto, verpasse hauchdünn eine Oma mit Dackel, presse die Karte in den Automatenschlitz … nichts. Die Schranke bleibt stabil. Nur hinter mir Gehupe. Jetzt müssen auf der engen Einfahrt außer mir drei weitere Fahrzeuge rückwärts, davon zwei SUVs mit Menschen jenseits der 70. 15 Minuten und zwei Fastschlägereien später darf ich erneut parken, zum 500 Meter entfernten Automaten trotten und 2 Euro bezahlen. Für? 11 Minuten!
Politiker vs. Realität III. Friedrich Merz: „Die Union steht OHNE WENN UND ABER zum Sozialstaat. ABER der lässt sich nicht aufrechterhalten, WENN immer mehr Leistungen versprochen werden …“ Ach kommt schon, Leute …









