Zu „Der Widerstand lebt“, UZ vom 21. August

Aus Fehlern lernen

Matthew Read, Berlin

Die Erklärung der DKP zum KPD-Verbot konnte leider nur sehr kurz auf die „Fehler und Verwerfungen in der KPD“ eingehen. Besonders relevant für heute scheint die Auseinandersetzung rund um „These 37“ vom Münchener Parteitag (1951) zu sein. Angesichts der aktuellen Lage in den Gewerkschaften ziehen nicht wenige Teile der kommunistischen Bewegung ähnliche Schlussfolgerungen wie damals die KPD mit ihrer „These 37“. Darin hieß es: „Im Auftrage und im Inte­resse des amerikanischen Imperialismus und im Einklang mit den deutschen Monopolisten versuchen die rechten Gewerkschaftsführer, die Gewerkschaftsorganisation in den Dienst der Kriegsvorbereitungen zu stellen. (…) Sie tun dies, damit die in- und ausländischen Monopolisten den dritten Weltkrieg vorbereiten können.“ Die These hatte zu einer Orientierung geführt, die den Kampf in den Gewerkschaften vor allem gegen die Führung richtete. 15 Jahre später merkte das ZK der KPD aus der Illegalität heraus an: „Grundsätzlich war diese These richtig, jedoch in einigen Teilen dogmatisch und überspitzt formuliert.“ Die Orientierung hatte den Bewusstseinsstand der Arbeiter nicht ausreichend Rechnung getragen und dadurch die Kommunisten in den Betrieben eher weiter isoliert.

Damals wie heute stehen wir vor der widersprüchlichen Aufgabe, einerseits die Gewerkschaften zu stärken, um den organisierten Widerstand gegen die Militarisierung zu erweitern, andererseits den Einfluss der rechten Führung zurückzudrängen, damit die Arbeiterbewegung aus dem Kriegskurs herausgelöst werden kann. Dabei würde es uns zweifellos helfen, der eigenen Geschichte in unserer Bildungsarbeit mehr Platz zu geben.

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"Aus Fehlern lernen", UZ vom 28. August 2026



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