Betr.: „Liberale Hoffnung“, Kolumne von G. Fülberth, UZ vom 5.5.

Aus Fehlern lernen

Von Detlef zum Winkel, per-e-mail

Dass und warum sich die europäischen Neoliberalen einen Sieg Macrons gewünscht haben, ist ziemlich klar und bedarf keiner großen Aufklärung. Nicht so klar ist anscheinend, dass und warum sich die Linke einen Sieg Macrons gewünscht hat, der glücklicherweise auch klar ausgefallen ist. Jedenfalls diejenige Linke, die ernstzunehmen ist und nicht einer politischen Tageskonjunktur hinterherläuft. Weil diese Linken eben immer noch wissen, wie es um eine Arbeiterbewegung unter den politischen Bedingungen eines Faschismus bestellt ist. Deshalb haben die PCF und die französischen Gewerkschaften im 2. Wahlgang gegen Le Pen – und das hieß dieses Mal für Macron – gestimmt. 2002 haben sie sogar eine noch üblere Wahl getroffen: für den Konservativen Chirac, um Le Pens Nazivater zu verhindern. Dies gehört zum politischen ABC eines jeden Kommunisten, Sozialisten, Demokraten. Was wir jedoch an Begründungen für eine Wahlenthaltung, für ein „Weder Le Pen, noch Macron „ gehört haben, stammt aus dem Arsenal der Weimarer Republik und hilft uns zu verstehen, wie die 2. Internationale katastrophale Fehler begehen konnte. Die KPD war bestimmt nicht weniger klug als Mélenchon mit seiner Ein-Mann-Bewegung. Sie erlag aber den gleichen politischen Trugschlüssen und tappte in die gleichen psychologischen Fallen, wie wir es heute allenthalben beobachten können. Aus Fehlern lernen, um sie zu wiederholen? Das wäre mal ein Thema für den Genossen Fülberth.

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"Aus Fehlern lernen", UZ vom 19. Mai 2017



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