Bei Schnee und in der Kälte erinnerten Mitglieder der VVN-BdA und des „Bündnis Dortmund gegen rechts“ am 7. Januar am ehemaligen Standort der Villa Springorum in Dortmund an die Rolle der Großindustrie bei der Machtübertragung an Hitler. In der Villa Springorum trafen sich am 7. Januar 1933 Franz von Papen und führende Ruhrindustrielle, um zur Machtübertragung an die Faschisten beizutragen. Viele Ruhrindustrielle unterstützten bereits vor 1933 die Ziele der Nazis. Sie profitierten anschließend von Krieg, Faschismus und Judenvernichtung.
Bereits am 4. Januar 1933 hatte sich von Papen mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder in Köln getroffen. Man einigte sich auf die Kanzlerschaft von Hitler. Papen besprach sich dann drei Tage später in Dortmund mit den Herren der „Ruhrlade“, um sie auf die Zustimmung zu den Ergebnissen des Kölner Treffens einzuschwören.
Die Springorum-Villa gibt es nicht mehr. Seit mehreren Jahren erinnert die VVN-BdA in Dortmund am historischen Ort an der Hainallee/Ecke Eintrachtstraße an dieses Treffen mit der Forderung, dort eine Mahntafel anzubringen. Dazu wurde im Anschluss an die Mahnwache ein entsprechender Bürgerantrag dem Rat der Stadt Dortmund übergeben.
In dem Antrag heißt es unter anderem: „Eine ähnliche Tafel existiert in der Stadt Köln. Unsere Mahngänge führen uns regelmäßig zu den Stolpersteinen für die Opfer des NS-Regimes. Wir sind der Meinung, dass es auch Erinnerungstafeln an die Täter – darunter jene aus der Wirtschaft – geben sollte. Dies zur Mahnung, es nie wieder zuzulassen.“ In der Begründung verweisen die Antifaschisten auch auf die Gedenkstätte Steinwache und deren Umgestaltung sowie auf die aktuelle Notwendigkeit, die Rolle der Industrie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen: „Eine warnende Erinnerung an die Täter aus der Wirtschaft 1933 bis 1945 gab es bisher in der Gedenkstätte Steinwache. Doch diese ist geschlossen. Es wird ihre inhaltliche Umarbeitung zur Geschichte als Polizeigefängnis vorgenommen. Dabei werden wesentliche Exponate entfernt, die die Unterstützung der Wirtschaftsmächtigen jener Zeit für die Nazipartei und Hitler belegen.“ Weiter heißt es in der Begründung, dass das vergangene Jahr eine Fülle von alarmierenden Belegen dafür hervorgebracht habe, dass das Großkapital erneut zulasten der Demokratie und des Friedens und zugunsten der Profaschisten in die Regierungspolitik eingreife. „Der deutsche BlackRock-Chef Friedrich Merz wurde Bundeskanzler und ließ sich von der AfD dabei unterstützen, eine Erklärung gegen das Asylrecht im Bundestag zu beschließen. Fortan sorgt die CDU/CSU für eine gegen die Flüchtenden gerichtete Politik und Praxis und erfüllt damit AfD-Forderungen.“
UZ wird weiter über den Umgang des Dortmunder Stadtrates mit dem Bürgerantrag berichten.









