Der Russe im Vorgarten?

In zwei Wochen ist Ostern. Angesichts der Weltlage denkt man: Endlich! Denn Ostern steht nicht nur für ein verlängertes Wochenende, sondern vor allem für bundesweite Aktionen der Friedensbewegung. Die braucht es dringend und sie müssen kräftig werden. Im besten Fall nehmen sie den Schwung der Schul­streiks gegen Wehrpflicht mit 50.000 Jugendlichen auf der Straße mit. Wir veröffentlichen im Folgenden Auszüge aus dem Aufruf des Berliner Ostermarsches – nicht, weil er aus der Hauptstadt kommt, sondern weil er eine Sprache spricht, die breitere Kreise ansprechen kann. Ebenso das Programm: Mit dabei sind Ulrike Eifler (IG Metall), Wiebke Diehl (Journalistin), Arnulf Rating (Kabarettist) und Basem Said (Eye for Palestine). Musik gibt es von Nicolás Miquea, Caro Kunde und Integral. Im Aufruf der Friedenskoordination Berlin heißt es:

„Die Politik der deutschen Regierung ist nicht ‚komplex‘, sondern komplett unverantwortlich und irre. Sie setzt auf unbegrenzte Aufrüstung. Sie propagiert Kriegswirtschaft als alternativlos. Die Regierung hat begeistert zugestimmt, 5 Prozent des BIP für das Militär auszugeben. Die Rüstungskonzerne jubeln, die sozialen Bereiche verkümmern. (…) Und warum? Weil der Russe sonst bald wieder in unserem Vorgarten steht, wie schon 1914 und 1941? Damals wie heute eine Lüge. Nichts deutet darauf hin, dass Russland vorhat Deutschland anzugreifen.

Um einen Krieg führen zu können, braucht es neben Waffen auch die Unterstützung der Gesellschaft. Darum das Feindbild Russland. Und es braucht junge Menschen, die bereit sind, für das Vaterland zu töten und zu sterben. Darum soll die Wehrpflicht, wieder eingeführt werden. Darum wird geworben, in Schulen, an Bushaltestellen, auf großflächigen Plakatwänden, auf der Papiertüte beim Bäcker, auf dem Pizzakarton vom Lieblingsitaliener. (…) Wir sagen Nein zum Irrsinn der Kriegspolitik!“

Der Berliner Ostermarsch startet am 4. April um 13 Uhr am Mauerpark/Oderberger Straße. Alle Infos zu den Ostermärschen hier.

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"Der Russe im Vorgarten?", UZ vom 20. März 2026



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