Betr.: „Das gekreuzigte China“, UZ vom 9. August

Deutsche Qualitäten

Von Walter Hilbig, per E-Mail

Kaiser Wilhelm schickte im Jahre 1900 eine Expedition unter Führung des Kommandanten Lans nach China zur Niederschlagung eines Aufstandes. Die Expedition wurde am linken Ufer des Hai von den Aufständischen empfangen. Granatfeuer verwandelte das Boot bald in ein loderndes Wrack. Lans wurde schwer verwundet; dennoch setzte er einen Trupp Matrosen an Land. Diese rollten die Artilleristen der Boxer von der Flanke her auf, und als sie schließlich die Geschütze unbrauchbar machten, entdeckten sie an den Rohren Metallschilder mit der Aufschrift „Fried. Krupp, Essen“. Kaiser Wilhelm erhielt von seinem kühnen Kapitän folgende Botschaft: „Wir wurden siebzehn Mal getroffen; die meisten Granaten explodierten im Schiff und töteten und verwundeten meine tapferen Männer. Und welcher Hohn! Sämtliche Geschütze und Granaten stammen aus unserem eigenen Land – es sind alles moderne Schnellfeuergeschütze von Krupp.“ Außer sich vor Wut schickte der Kaiser ein Telegramm an Krupp: „Es passt sich nicht, im Moment, wo ich meine Soldaten ausrücken lasse zum Kampf gegen die gelben Bestien, aus der ernsten Situation noch Geld herausschlagen zu wollen.“

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