„20 Prozent auf alles“, so tönt US-Präsident Donald Trump. Was er damit meint, ist eine Gebühr von 20 Prozent des transportierten Warenwertes für alle Schiffe, die die Straße von Hormus passieren. Damit sollen die „Dienste“ der USA bezahlt werden, die über die Straße wachen und sie offenhalten. Irans Außenminister Abbas Araghtschi stimmt zu: Eine Gebühr sei fällig, die aber an den Iran zu zahlen sei. Der Iran habe schon immer die Sicherheit des Seeweges garantiert, und werde das auch in Zukunft tun. Zu einem fairen Preis allerdings. Trumps 20-Prozent-Gebühr sei zu hoch. So wurde der Krieg gegen den Iran zunächst reduziert auf einen Krieg um die Öffnung der Straße von Hormus – die vor dem Angriffskrieg der USA und Israels immer frei befahrbar war.
Immer wieder greifen die USA Ziele in Iran an. Iran antwortet mit Drohnen und Raketen darauf und greift Militäreinrichtungen der USA in der Region und bis nach Jordanien an. Entgegen Trumps Behauptung, Hormus sei frei passierbar, sind nach UN-Angaben noch immer bis zu 6.000 Seeleute auf hunderten Schiffen im Persischen Golf gestrandet.
Im Kampf um die Straße von Hormus bilden die USA wiederholt Konvois, die die Straße passieren sollen. Gelegentlich mit Erfolg, gelegentlich enden sie im Desaster. Dazu gehören zuletzt zwei Supertanker, die versuchten, ohne Einwilligung der zuständigen iranischen Behörde auf einer südlichen Route die Meerenge zu passieren. Die Schiffe wurden beschossen und konnten nicht weiter fahren. Zwei weitere Frachtschiffe kollidierten. Ihre Besatzungen wurden vom Iran gerettet.
In der Region taten die USA alles, um die Reihen ihrer Verbündeten zu schließen – offenbar mit einigem Erfolg. Selbst Oman als Verbündeter des Iran erlag dem internationalen Druck und enthielt sich jeder Aktivität. Die weiteren Golfstaaten stellten wie gewohnt ihren Luftraum und ihre Militäreinrichtungen dem US-Militär für Angriffe auf den Iran zur Verfügung. Dazu gehörte auch Katar, das zuvor versucht hatte, als Vermittler zwischen den USA und Iran aufzutreten.
Saudi-Arabien eröffnete sogar eine weitere Front. Nach jahrelangem Waffenstillstand zwischen den Ansar Allah in Jemen und Saudi-Arabien griffen saudische Flugzeuge den Flughafen von Sanaa an. Als Antwort darauf wurde der Internationale Flughafen in Abha im Süden Saudi-Arabiens angegriffen.
Auch die europäischen Staaten Frankreich, Deutschland und Britannien leisten Trump Schützenhilfe. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten sie Irans „rücksichtslose“ Angriffe auf die zivile Seefahrt, und fordern vom Iran die Rückkehr zu Verhandlungen und Waffenstillstand. Sie wollen damit vergessen machen, dass es die USA und Israel waren, die den Iran am 28. Februar überfallen haben, wie bereits zuvor im Juni 2025.
Die „rücksichtslosen“ Angriffe des Iran verurteilte auch der Generalsekretär der für die Schifffahrt zuständigen UN-Behörde. Währenddessen warnt UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor hohen Risiken der Krise. Die hohen Risiken für die Menschen im Iran sind damit nicht gemeint.
In einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat listet Iran 42 Verstöße der USA gegen die Vorgaben des „Memorandum of Understanding“ auf. Dazu gehören vor allem die anhaltende Unterstützung für Israels Krieg im Südlibanon und der Versuch, eine weitere Route durch die Straße von Hormus zu etablieren – entgegen der Vereinbarung, dass deren Verwaltung alleine in den Händen des Iran und gegebenenfalls von Oman liegt.
Bisher schweigt sich der UN-Sicherheitsrat zur Eskalation im Krieg gegen den Iran aus. Auch Russland und China als Verbündete des Iran haben es mit einer Stellungnahme nicht eilig. Erst am Dienstag sprach Chinas Außenminister von Besorgnis über die Eskalation. Zuletzt griff der Iran US-Kriegsschiffe in der Straße von Hormus an.









