Zu „Alleinstehend in Sozialpartnerschaft“, UZ vom 15. Mai

DGB-Chefin warnt

Roland Winkler, Aue

DGB-Chefin Fahimi hat vor Angriffen auf den Sozialstaat gewarnt. Da wird den Herren und Damen des Kapitals aber der Schreck in alle Glieder gefahren sein. Vielleicht haben sie sich aber auch einmal mehr vor Lachen auf die Schenkel geklopft. Für die Kapitalvertreter ist es längst eine Tatsache, der Achtstundentag ist Geschichte. Angeblich ist jeder zweite Deutsche sogar für seine Abschaffung. Vergessen scheint der harte, über Jahrhunderte währende Kampf für den Achtstundentag. Arbeitszeit zu entgrenzen und bis an die physisch-psychischen Grenzen auszudehnen ist immer im Bestreben der Kapitalvertreter. Uns wird das als Freiheit verkauft, selbst über die Arbeitszeit zu bestimmen.

Wie viele DGB-Chefs haben schon gewarnt, starke Worte losgelassen und heiße Herbste versprochen? In ihrem Bündnis- und Solidaritätswahn werden sie auch noch den Achtstundentag opfern und damit ihre eigne Legitimität in Frage stellen. Sie würden damit ein grundlegendes Ziel der Arbeiterbewegung aufgeben: Die Festsetzung eines normalen Arbeitstages ist das Resultat eines vierhundertjährigen Kampfes, schreibt Marx im „Kapital“. Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave, sagt der Philosoph F. Nietzsche.

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"DGB-Chefin warnt", UZ vom 22. Mai 2026



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