Zu „Am Band sicherer als im Supermarkt“, UZ vom 29. Januar

Für eine starke IG Metall

Nikos Papadopoulos, Nürnberg

Ich kann den Aussagen von Uwe Fritsch in dem Interview aus folgenden Gründen nicht zustimmen:
Erstens, der „Corona-Abschluss“ der IG Metall zeigt sehr deutlich, dass die Gewerkschaft hätte mehr Druck machen müssen. Es gab keine Entgelterhöhung, anstatt einer Beschäftigungssicherung durch einen vernünftigen Kündigungsschutz gab es einen erleichterten Zugang zu Kurzarbeit und die eigentlich guten Dinge, die mit abgeschlossen wurden, wie zum Beispiel die erweiterten Möglichkeiten zur Kinderbetreuung, konnten von zu vielen Kolleginnen und Kollegen nicht genutzt werden, weil die Anforderungen, um Anspruch darauf zu haben, zu hoch waren.

Die Ergebnisse der Beschäftigtenumfrage zeigen auch nicht, dass die Forderungen der IG Metall richtig waren, sondern lediglich, dass viele Kolleginnen und Kollegen Angst um ihre Arbeitsplätze haben.

Zweitens, Kurzarbeit ist eine einseitige Umverteilung der Krisenlasten auf die Beschäftigten. Die Kapitalseite spart sich an dieser Stelle den Arbeitslohn und sonstige Kosten für die Beschäftigten, die sich in Kurzarbeit befinden. Gezahlt wird das Kurzarbeitergeld nämlich aus den Sozialkassen, sprich von uns. Wer sagt, dass Kurzarbeit ein gutes Instrument ist, um durch die Krise zu kommen, sagt auch – ob er will oder nicht –, dass die Arbeiter für die Krise zahlen sollen. Wenn wir das verhindern wollen, brauchen wir keine Kurzarbeit, sondern Freistellung bei voller Lohnfortzahlung durch die Kapitalseite.

Die momentanen Kräfteverhältnisse sind für die IG Metall alles andere als günstig. Sich allerdings darauf auszuruhen, anstatt aktiv dafür zu kämpfen, dass sie besser werden, kommt einer Kapitulation gleich. Lasst uns für eine starke IGM kämpfen, die Gesamtmetall und Co. zeigt, wo der Hammer hängt!

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"Für eine starke IG Metall", UZ vom 19. Februar 2021



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