Betr.: Leserbrief „ Solidarität – Caritas oder Klassenkampf?“, UZ vom 17.7.2015, S. 15

Klassenkampf ist doch unser täglich Brot …

Von Heide Janicki, Braunschweig

Der Erkenntnis des Genossen Mehner, dass wir uns den Begriff der Solidarität erneut erarbeiten und aneignen müssen, ist unbedingt zuzustimmen. Seine Begründung unterstütze ich nicht. In welcher Welt leben wir denn, was ist neu an der Situation, die er beschreibt? Klassenkampf ist doch unser täglich Brot, egal an welchen Platz in welchem Land uns das Leben stellt.

Neu oder lange nicht dagewesen ist, dass ein Volk frische, junge/neue Kräfte mit der Regierung beauftragt und versucht, die Kralle der Austerität abzuschütteln, das zu dieser Zeit, in dieser konkreten Situation Menschen mit Kompetenz beauftragt hat, ihre (ihre – des Volkes!) Forderungen nach Europa zu tragen. Ob uns diese Regierung genehm ist oder uns die Wünsche des griechischen Volkes gefallen, ist dabei vollkommen unerheblich!

Exakt in diesem Moment, als klar war, dass sie sich gegen die Brüsseler Knebel und sonstigen Anmaßungen wehren, hätten sie nicht nur unsere Solidarität, sondern internationale Solidarität gebraucht. Und zwar ohne parteipolitische Bauchnabelschau, die verstellt nur den Blick für den wirklichen Gegner und die realen Forderungen, die die Menschen in Griechenland hatten und immer noch haben. Wer das nicht erkennt läuft neben der Spur!

Der Gang der Verhandlungen in Brüssel in allen Phasen sowohl vor als auch nach dem beeindruckenden OXI sind auch das Ergebnis unterlassener internationaler Solidarität!

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"Klassenkampf ist doch unser täglich Brot …", UZ vom 24. Juli 2015



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