Krisendividende

Während Thyssenkrupp-Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangen, zahlt der Konzern seinen Anteilseignern wieder eine Dividende. Von derzeit noch 27.000 Arbeitsplätzen will der Mutterkonzern 11.000 auslagern und Teile davon streichen. Die Produktion soll deutlich heruntergefahren werden.

Mehrere Hundert Stahlkocher der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) protestierten vor der Aktionärsversammlung von Thyssenkrupp, die in der vergangenen Woche stattfand: „Wir sind euer Kapital“ und „Wir sind Thyssenkrupp“ stand auf Spruchbändern vor dem Eingang zur Halle.

Rund 3.000 Stahlkocher arbeiten bei HKM, Thyssenkrupp hatte die Lieferverträge mit dem Unternehmen gekündigt. Das HKM-Werk gehört zur Hälfte der Thyssenkrupp-Stahltochter TKSE. Diese will das Werk verkaufen oder schließen.

„Nach dem jüngsten Börsengang der Marine haben Aktionäre bereits überdurchschnittlich profitiert.“ Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszuschütten, „wäre wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal“, so die IG Metall. Aber genau das tut Thyssenkrupp – trotz erwarteter Verluste.

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"Krisendividende", UZ vom 6. Februar 2026



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