Zu „Wer gegen wen und warum?“, UZ vom 4. Dezember

Kritik berechtigt

Inge und Harald Humburg, Hamburg

Björn Blach hat Recht mit der Kritik am Frankfurter Appell. Der Aufruf redet nur allgemein von Verständigung als Gebot der Stunde. Er sagt aber nicht, dass Deutschland an der Seite der USA die Gefahr eines Krieges in Europa und der Welt erhöht und damit auch die Gefahr, dass unser Land zu dessen Schlachtfeld wird. Die Benennung von Ross und Reiter und die daraus folgende Entwicklung konkreter Forderungen zur Verminderung der Kriegsgefahr kann man aus dem „Krefelder Appell“ lernen. Dann aber wird der Vergleich bei Björn schief, und zwar weil sich die Weltlage seit 1980 verändert hat. Anders als damals gibt es mit dem Untergang des Sozialismus kein Friedenslager mehr, an dessen Seite wir uns stellen können. Deshalb ist unsere Kernaussage für den Friedenskampf in Deutschland nicht „Frontwechsel“, sondern „Neutralität“ und Eintreten für eine Friedensordnung und das Prinzip der Nichteinmischung. Der Begriff Völkerfreundschaft verkleistert das. Natürlich wollen wir Freundschaft mit den Völkern Russlands, Chinas, aber natürlich auch der USA – das ist aber nicht gleichzusetzen mit der Freundschaft mit den herrschenden Klassen dieser Länder. Eine ausführlichere Darstellung dieser Linie im Friedenskampf finden Interessierte unter: unsere-zeit.de/die-gefahr-eines-weltkrieges-waechst-breite-antikriegsbewegung-tut-not-2938

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"Kritik berechtigt", UZ vom 18. Dezember 2020



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