Männer, die in Podcasts schwafeln, sind ein unangenehmer Trend der letzten Jahre. Längst haben wir gelernt: Nicht jeder, der sich vor ein Mikro setzt und lautstark als Fakten getarnte Meinung absondert, hat dazu auch die Kompetenz – oder die Informationen. Letztes Beispiel einer sich leider noch lange fortzusetzen drohenden Reihe: Der britische Premier Andrew Burnham. Der erzählte bei dem Weder-links-noch-rechts-fast-jeder-darf-mal-Podcast „The Rest ist Politics“, wer denn nun wirklich schuld ist am Brexit. Und das ist natürlich – aufmerksame Verfolger von Nachrichten ahnen es bereits – der Russe. Burnham habe vor seinem Einzug in die Downing Street nachgefragt, ob Moskau involviert gewesen sei, und habe die klare Antwort erhalten, das sei der Fall gewesen. Beweise liefert der Labour- und Landeschef nicht. Dafür aber gleich seine Motivation: „Es ist wichtig, diese Dinge jetzt klar und deutlich festzuhalten und den Wählern in Deutschland und Frankreich verstehen zu helfen, dass ein Teil dieser Politik von unseren Feinden, nämlich Russland, initiiert wird.“ Dem Russen Wahlmanipulation vorwerfen und selber den Wählern im Ausland „verstehen helfen“ – ob Burnham selbst merkt, was er da redet, blieb den Hörern des Podcasts verborgen.
Männer, die in Podcasts schwafeln

(Foto: Lauren Hurley / No 10 Downing Street)
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"Männer, die in Podcasts schwafeln", UZ vom 16. Oktober 2026
