Ich bezweifle, dass die KI Zugang zum Wissen der gesamten Menschheit hat. „Die KI“ ist keine „mit eigenem Leben begabte Gestalt“, die Zugang zu irgendetwas haben könnte. Wir sollten gerade bei KI diese Marxsche Charakterisierung des Warenfetischs im Auge behalten. KI-Systeme werden mit Daten gefüttert, die nur einen müden Abklatsch menschlichen Wissens darstellen können, denn Wissen entsteht in der gesellschaftlichen Betätigung von uns Menschen. Viel dieses Wissens steht zudem hinter Bezahlschranken, ist als Geschäfts- oder Staatsgeheimnis nur einem kleinen Personenkreis zugänglich. Wer die entsprechenden Daten, etwa den Text des Operationsplans Deutschland, in ein öffentliches KI-System einspeisen wollte, riskiert einige Jahre Knast. Des Profits wegen lässt sich die Bourgeoisie KI-Systeme mit Eigenschaften bauen, die für wirklich alles gut sein sollen, aber dann dürfen des Profits wegen diese Eigenschaften nur beschränkt genutzt werden. Es liegt am weltweiten Proletariat, diese Schranken schnellstens niederzureißen. „Die Produktivkräfte und gesellschaftlichen Beziehungen – beides verschiedene Seiten der Entwicklung des gesellschaftlichen Individuums – erscheinen dem Kapital nur als Mittel und sind für es nur Mittel, um von seiner bornierten Grundlage aus zu produzieren. In fact aber sind sie die materiellen Bedingungen, um sie in die Luft zu sprengen.“ (Grundrisse. MEW 42, Seite 602) In der Tat, das Proletariat muss „nur“ noch die vorhandenen Daten für KI-Systeme verfügbar machen und sich KI-Systeme bauen, mit denen es die weltgesellschaftliche Produktion und Distribution organisieren kann, dann fliegt die „bornierte Grundlage“ auseinander, auf der das Kapital KI-Systeme nutzen lässt.
Müder Abklatsch
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"Müder Abklatsch", UZ vom 2. Oktober 2026

