Betr.: „Kultur des Ausblendens“, UZ vom 1. Februar

Nie wieder

Von Walborg Schröder, Kürten

Der Artikel „Kultur des Ausblendens“ von Christoph Hentschel stimmt voll und ganz mit meinen Erfahrungen in der politischen Praxis überein und spricht mir aus dem Herzen. Wir stellen uns dieser „Kultur des Ausblendens“ hier am Ort in Bergisch Gladbach mit allen Kräften entgegen.

Die VVN, der DGB und die Schülervertretung sowie viele Demokraten unserer Stadt führen seit 1990 in Bergisch Gladbach anlässlich der Pogromnacht vom 9. November 1938 eine Mahnwache „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit“ durch. An einem ehemaligen „wilden KZ“ der Nazis in Bergisch Gladbach erkämpften Antifaschisten der Stadt eine Gedenktafel, die 1990 (!) angebracht und eingeweiht wurde. Auf ihr steht: „Hier auf dem ehemaligen Gelände des Stella-Werkes wurden 1933 durch die SA Kommunisten gefangen gehalten und misshandelt. Jüdische Bürger wurden 1941 hier zwangsinterniert und anschließend in Konzentrationslager deportiert.“

Seit 1990 werden an dieser Gedenktafel jährlich am 9. November, in diesem Jahr zum 29. Mal, von der VVN/BdA im Bündnis mit dem DGB und der Schülervertretung Mahnwachen zum obengenannten Thema durchgeführt. Dabei gedenken wir aller Menschen, die unter den Nazi-Schergen gelitten haben und umgebracht wurden. Wir skizzieren die gegenwärtige politische Situation, gehen auf die Gefahr ein, die von den Rechtsradikalen, den Neonazis und der AfD ausgeht, und fühlen uns als Antifaschisten, Demokraten mit unserem Handeln verantwortlich, dass so etwas nie wieder geschieht.

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"Nie wieder", UZ vom 15. Februar 2019



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