Vielen Dank für das Interview mit den beiden Jugendlichen, die sich für die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht arrangieren. Beim Lesen des Berichts der befragten jungen Leute erinnerte ich mich an die Berichte meines Vaters, der genau wie mein Großvater während der Zeit des Faschismus zehn Jahre in den Konzentrationslagern der Nazis inhaftiert war, und nur durch die Befreiung am 8. Mai 1945 kamen beide mit dem Leben davon.
Als Tochter und Enkeltochter, Nachkriegskind, sah ich nicht nur die gebliebenen Wunden, insbesondere bei meinem Großvater, lernte Leidensgenossen meines Vaters kennen und vor allem erfuhr ich von den Machenschaften der Nazis. Immer wieder berichtete mein Vater auch von der Zeit vor seiner Verhaftung, der illegalen Arbeit, den „Schlapphüten“ und von Verrat.
Das Erlebnis auf dem Schulweg von Golo und auch das von Carla entspricht korrekt den Berichten meines Vaters. Es brachte mir eine Gänsehaut ein und das Bewusstsein, was sich hier an Geschichte wiederholt. Wir, die Alten, müssen, so gut es in unseren Kräften steht, den jungen Menschen, die sich gegen die unselige Entwicklung zur Wehr setzen, den Rücken stärken! Mit Respekt vor ihrem Mut!



