ver.di hat die Kolleginnen und Kollegen in Autobahnmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen für diese Woche zu Streiks aufgerufen. Sie sind bei der Autobahn AG beschäftigt und für neuralgische Punkte zuständig – wie etwa den Elbtunnel.
Die Gewerkschaft bezeichnete den aktuellen Verhandlungsstand in der Tarifrunde als „inakzeptabel“. Die Gegenseite biete mit 29 Monaten eine viel zu lange Laufzeit an, zudem werde ein Mindestbetrag abgelehnt, der die unteren Lohngruppen stärken würde. Es gebe unter den Beschäftigten deshalb eine sehr hohe Bereitschaft zum Arbeitskampf, so ver.di.
„Wenn die Autobahn GmbH ein Signal braucht, damit sich die Verhandlungen konstruktiv entwickeln können, dann soll sie es bekommen“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Oliver Bandosz am Montag. Die streikbedingten Einschränkungen hätte die Gegenseite zu verantworten.
Für Mittwoch (nach Redaktionsschluss) hatte ver.di zum Streik in den Autobahnmeistereien im gesamten Netz aufgerufen. Am Donnerstag waren wichtige Tunnelleitzentralen an der Reihe: Mit der Zentralen Betriebsleitstelle Zella-Mehlis in Thüringen würden die Tunnelanlagen Rennsteig, Hochwald, Alte Burg und Berg Bock (A 71) bestreikt, kündigte ver.di Anfang der Woche an. Betroffen sei auch der Emstunnel (A 31) bei Leer in Niedersachsen. ver.di hatte mit der Autobahn GmbH Notdienstvereinbarungen abgeschlossen, um Notfälle abzusichern.
Für Freitag (20. Februar) und Montag (23. Februar) sind zudem die Beschäftigten in der Leitzentrale des Elbtunnels in Hamburg zum Streik aufgerufen. Auch hier gibt es eine Notdienstvereinbarung. Gesperrt wird je eine Fahrspur pro Richtung, so dass mit erheblichen Auswirkungen im Umfeld zu rechnen ist. Bestreikt wird die gesamte Tunnelkette: Elbtunnel – Überdeckelung Stellingen – Überdeckelung Schnelsen.
ver.di fordert in der Tarifrunde 7 Prozent mehr Gehalt für die 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr. Auch die Nachwuchskräfte sollen 300 Euro mehr im Monat erhalten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Gewerkschaft verweist auf die rund 1.000 unbesetzten Stellen der bundeseigenen Gesellschaft und die riesigen Herausforderungen in den kommenden Jahren durch die Investitionsoffensive des Bundes und den gewaltigen Sanierungsbedarf: Diese Aufgabe sei nur mit motivierten und qualifizierten Fachkräften zu meistern, die faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen bräuchten.








