Am vergangenen Sonntag endeten die 14. Winter-Paralympics in Italien. 611 Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung kämpften in 79 Wettbewerben in sechs Sportarten um die Medaillen. Über die Hälfte der Athleten kam aus Europa, über 100 aus den USA und Kanada sowie Japan (44), Südkorea (20) und Australien. Die Paralympischen Winterspiele sind also noch westlicher geprägt, als es schon das Pendant für Sportler ohne Behinderung ist. Umso erstaunlicher war deshalb, dass die Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) die Teilnahme von Sportlerinnen und Sportlern aus Russland und Belarus wieder zugelassen hatte. Das nutzten die ukrainischen Offiziellen, wie schon vorher bei den Olympischen Winterspielen, für zahlreiche Inszenierungen. Der Deutsche Behindertensportverband beteiligte sich am Boykott der Eröffnungsfeier. Langläuferin Linn Kazmeier ließ sich gar zu einer Unsportlichkeit hinreißen: Sie wandte sich auf dem Siegerpodest ab, als die russische Hymne für die Siegerin Anastassija Bagijan gespielt wurde. Dass Russland mit eigener Flagge antreten dürfe, während die Ukraine anwesend sei, fanden sie und ihr Guide „einfach nicht richtig“. Da war es sicher gut, dass keine Teilnehmer aus Palästina oder dem Libanon anwesend waren. Es fehlten auch Iran, Syrien, Jemen, Venezuela und Kuba. Alles Länder, die in jüngster Zeit völkerrechtswidrigen Überfällen und Angriffen der USA und Israels ausgesetzt waren.
Zahlreiche Inszenierungen

(Screenshot: teamdeutschlandparalympics / Instagram)
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"Zahlreiche Inszenierungen", UZ vom 20. März 2026

