Die Aufgaben der Kommunisten

SDAJ hält Grußwort auf Parteitag

Die Bundesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterbewegung (SDAJ), Lena Kreymann, berichtete in ihrem Grußwort an den 23. Parteitag der DKP, über die Erfolge und Herausforderungen aus der bundesweiten Arbeit der SDAJ, um sich in den Betrieben zu verankern. Ein entscheidendes Mittel dabei war die Kampagne, die die SDAJ kollektiv entwickelte und umsetzte.

Der aufkeimende Rechtsterrorismus, wie er sich erst vor kurzem in Hanau wieder zeigte, aber auch die Versuche der Herrschenden, die Bewegung “Fridays for Future” für ihre Interessen zu instrumentalisieren, müsse Widerstand aus den Betrieben und Orten an denen die Arbeiterjugend lebt, lernt und arbeitet, entwickelt werden. Das ist die Aufgabe der Kommunisten von jung bis alt.

Das Grußwort:

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich überbringe euch die herzlichsten Grüße der
SDAJ und wünsche euch einen erfolgreichen Parteitag. Ich freue mich
sehr, dass ich an diesem Wochenende daran teilhaben darf, wie die
Kommunistische Partei dieses Landes darüber diskutiert und darum
ringt, wie sie am besten in den Klassenkampf eingreifen kann, wie sie
stärker und schlagkräftiger werden kann.

In dieser Partei sammelt sich die Erfahrung der
Klassenkämpfe der letzten Jahrzehnte in diesem Land. Und diese
Erfahrung ist mindestens genauso notwendig wie Bücherwissen und
ergänzt die eigenen Kampferfahrungen. Die Kenntnis der eigenen
Bewegung gehört genauso zur politischen Entwicklung wie die
Erfahrungen, die wir täglich machen. Dass diese Erfahrungen der
Kommunisten und Kommunistinnen in diesem Land, dass dieses Wissen in
der DKP zusammenkommt, macht sie zu etwas Außergewöhnlichem –
eben zur Kommunistischen Partei in diesem Land.

Das sage ich nicht – oder zumindest nicht nur –
weil das das in einem Grußwort ganz gut klingt. Das tut es
hoffentlich auch, denn ich bin ehrlich stolz darauf, heute mit euch
hier sein zu dürfen. Ich erzähle das aber auch, um zu zeigen was
für eine große Verantwortung ihr uns gegenüber habt. Ihr wisst
selbst am besten, vor welche riesigen Herausforderungen im
Klassenkampf wir stehen und wie klein und schwach wir uns angesichts
dieser Herausforderungen fühlen.

Beispielhaft sei hier genannt: die Klimabewegung
rund um Fridays for Future. Wohl genauso polarisierend wie präsent
und immerhin die größte Jugendbewegung der letzten Jahrzehnte. Als
Jugendorganisation ist die SDAJ in dieser Bewegung aktiv. Dabei
stellen wir fest: die Bewegung ist nicht homogen, ähnlich wie schon
die Bildungsstreiks vor 10 Jahren. Unter anderem deshalb brauchen wir
die Unterstützung der DKP: Wir brauchen den Austausch mit euren
realen Erfahrungen in der kommunistischen Bündnispolitik innerhalb
demokratischer Bewegungen. Wir brauchen euch an unserer Seite, wenn
wir innerhalb dieser Bewegung um Inhalte streiten und Bewusstsein
schaffen wollen, die sich dazu gegründet hat, die Umsetzung der
internationalen Klimaziele einzufordern. Wir müssen uns austauschen,
wie wir gegen die Instrumentalisierungsversuche der Herrschenden
vorgehen können, die versuchen FFF zum Träger für ihr antisoziales
CO2-Bepreisungsprogramm einzuspannen. Wir brauchen euch, um gemeinsam
zu überlegen, wie wir diese Jugendbewegung mit Kämpfen in den
Betrieben und in der Kommune zusammenführen können, um sie nicht
gegeneinander ausspielen zu lassen. Und wir müssen gemeinsam
auftreten, wenn es darum geht programmatische Antworten auf die
implizit von der Klimabewegung aufgeworfenen Fragen zu finden:
demokratische Planung und Nutzung der Produktivkräfte.

In der SDAJ erleben wir oft hautnah, an welchen
Stellen es in der DKP Schwierigkeiten gibt. Und trotzdem haben wir
auf dem letzten Bundeskongress sehr klar festgehalten, dass unsere
gemeinsame Weltanschauung eine politische Einheit mit der DKP schafft
und unsere Verbundenheit bestärkt. Warum? Weil wir tagtäglich
merken, dass die DKP wichtig ist für unsere Arbeit in der SDAJ, weil
eine starke DKP uns stärkt und eine schwache DKP uns schwächt.

Unser gemeinsamer Kampf ist notwendig, um diesem
Imperialismus endlich die Stirn zu bieten. , in Zeiten, in denen wir
uns auf eine neue Krise gefasst machen müssen und damit auf neue
Abwehrkämpfe, die gerade Jugendliche besonders hart treffen wird, in
Zeiten, wo binnen kürzester Zeit Nazis unteschiedlichster coleur
Menschen töten, die für sie “anders” und “falsch” sind, in
denen als Schuldige aber immer nur Einzeltätern benannt werden, aber
niemand über Faschisten und ihre Funktion in diesem System redet, in
Zeiten, in denen die Kriegstrommel gegen Russland oder den Iran
gerührt wird

Richtig formulierten Liebknecht und Lenin zu
Beginn des ersten imperialistischen Weltkrieges in den Ländern der
kriegstreibenden Großmächte: Internationalistisch Seite an Seite
gegen die jeweils eigene nationale Monopolbourgeoisie! Der Hauptfeind
steht im eigenen Land! – Unser gemeinsamer Kampf gegen
Kriegsvorbereitungen ist wichtig und muss intensiviert werden. Wer
wenn nicht wir Kommunistinnen und Kommunisten müssen dort die
Interessen der deutschen Banken und Konzerne aufzeigen, die sich
willfähig vor den Karren des Hauptkriegstreibers USA-NATO spannen
lassen, um in dessen Windschatten -und unter dem Deckmantel EU-Europa
– um Weltmachtstellung kämpfen.

In diesen Zeiten ist Widerstand bitterer nötig
denn je und wird er immer nötiger werden. Dafür braucht es
Bündnisarbeit und Vernetzung, aber dafür braucht es vor allem einen
klaren Kopf, der die Bewegung orientiert – das kann und muss die
kommunistische Partei dieses Landes sein. Und wir als SDAJ wissen,
dass wir in diesen Zeiten mit der DKP einen verlässlichen Partner im
Kampf an unserer Seite brauchen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bedanken für
die Zusammenarbeit und Unterstützung, in all ihren Formen. Viele
SDAJ-Gruppen versammeln sich in den Büros der DKP und hätten sonst
keinen Treffpunkt. In Bündnissen arbeiten wir zusammen und
organisieren gemeinsame Aktionen – in der vergangenen
Legislaturperiode war das beispielsweise der EU-Wahlkampf oder den
Auseinandersetzungen am Uniklinikum Essen, in nächster Zeit ist es
hoffentlich der gemeinsame Kampf gegen Defender 2020. Die DKP
unterstützt finanziell viele Vorhaben der SDAJ oder ermöglichen so
die politische Arbeit einiger Genossinnen und Genossen, die wenig
Geld haben. In der Bildungsarbeit sind DKPler Referenten bei
SDAJ-Seminaren auf Gruppen-, Landes- und Bundesebene. Wir
organisieren gemeinsame Feste lokale Sommerfeste aber auch Pressefest
oder das Festival der Jugend. All diese Formen der Zusammenarbeit und
Unterstützung sind großartig und notwendig. Ich möchte mich aber
auch bedanken für eine deutlich „subtilere“ Form der
Zusammenarbeit – nämlich die geteilten Erfahrungen im
Klassenkampf, den persönlichen Austausch.

In nur zwei Wochen werden wir als SDAJ unseren
Bundeskongress abhalten und unsererseits die Vorhaben für die
kommenden zwei Jahre beschließen. In unserer Handlungsorientierung
schlagen wir vier Punkte vor: 1. Verstetigung der Arbeit in der
Interessenvertretungspolitik, 2. die interessengeleitete Verknüpfung
dieser Arbeit mit anderen Politikbereichen, 3. die
organisationspolitische Stärkung sowie 4. die Bildungsarbeit.

Was heißt das? In den vergangenen zwei Jahren
haben wir uns verstärkt darum bemüht, uns wieder an Schulen und
Betrieben zu verankern. Wir haben uns darum bemüht, kleine,
gewinnbare Kämpfe – sei es ums Mensaessen oder um Fahrradständer
– anzustoßen. Mit unserer Kampagne „Geld gibt’s genug, Zeit es
uns zu holen“ haben wir agitatorisch das Mittel der
Kostengegenüberstellungen wieder gesetzt. Während wir im
IVP-Bereich dabei sind, eine erste Grundlage zu schaffen, wollen wir
dazu übergehen, unsere weiteren Bereiche – etwa Antifaschismus und
Antimilitarismus – in unsere Arbeit am Lebensschwerpunkt zu
integrieren.

Organisationspolitisch wollen wir neben Wachstum
und Mitgliedergewinnung einen Schwerpunkt darauf legen, wie wir
Genossinnen und Genossen innerhalb des Verbandes entwickeln können.
Bereits seit längerem werten wir aus, dass wir weiter wachsen
wollen. Das gilt umso mehr als die Verbandsauseinandersetzung der
vorletzten Legislaturperiode uns geschwächt hatte. Vor zwei Jahren
hat Jann in diesem Grußwort über die Austritte einer
linkssektiererischen Fraktion aus SDAJ und DKP gesprochen. Heute kann
ich euch sagen: Wir haben uns als SDAJ stabilisiert. Ich muss aber
auch sagen: Nach wie vor haben wir mit den Nachwirkungen der
Auseinandersetzung zu kämpfen, es gilt es immer noch, Lücken zu
schließen, die damals entstanden sind oder aber die es schon davor
gab.

Mit der Bildungsarbeit wollen wir uns unsere
Weltanschauung aneignen und uns dazu befähigen, aktuelle Ereignisse
einzuschätzen. Damit wollen wir auch Opportunismus vorbeugen –
denn gerade die IVP-Arbeit an Schule und Betrieb hält hier viele
Fallstricke bereit: Ohne unsere Weltanschauung sind Reformkämpfe
ungerichtet, als revolutionärer Jugendverband aber zeichnet uns doch
gerade aus, dass wir wissen, dass die Überwindung dieses Systems
notwendig, aber auch, dass sie möglich ist, und dass wir eine
Analyse haben, wie wir für dieses Ziel unsere alltäglichen
Auseinandersetzungen führen müssen.

In den kommenden zwei Jahren wollen wir ein neues
Mittel ausprobieren: die Kurzkampagnen. Wir beschließen also nicht –
wie auf unseren letzten Kongressen – eine einzige Kampagne mit
festgelegtem Thema. Mit den Kurzkampagnen wollen wir alle
Gliederungen in einem festgelegten Zeitraum gemeinsam in Aktion
bringen und auf aktuelle Geschehnisse reagieren. Sie sind ein
notwendiger politischer wie organisationspolitischer Schritt, um an
Ausstrahlungskraft zu gewinnen. Die Kurzkampagnen erlauben uns,
Themen so aufzugreifen, dass wir sie in unsere kontinuierliche Arbeit
einbetten können, indem Kampagnen zu politischen Themen nicht
parallel zu unserer IVP-Arbeit laufen, sondern dort direkt ansetzen.

Bei allen diesen Vorhaben weiß ich schon jetzt, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, wie unsere beiden Organisationen zusammenarbeiten können. Lasst uns gemeinsam lernen auf Seminaren in der Bildungsarbeit, gemeinsam kämpfen bei Aktionen der Kurzkampagnen oder – ganz aktuell – gegen die Truppentransporte im Rahmen des Militärmanövers Defender 2020, gemeinsam feiern beim Pressefest oder im nächsten Jahr dem Festival der Jugend. Denn eine starke DKP stärkt die SDAJ, eine starke SDAJ stärkt die DKP und am stärksten sind wir gemeinsam!

Mehr Informationen zum 23. Parteitag der DKP

Vorherige

Partei stärken

A peoples’ brexit

Nächste