Zu „Fabrikation einer Krise“, UZ vom 19. November

Am Köcheln halten

Dietmar Hänel, Flöha

Wenn man die Ereignisse an der Grenze Belarus/Polen näher betrachtet, stellt sich unweigerlich die Frage nach dem „Warum?“. Warum fliehen Menschen aus ihrer Heimat? Allein die Bilder aus Syrien, Afghanistan, Irak, Libyen und Jemen beantworten diese Frage. Unter Führung der USA und mit Unterstützung der NATO-Staaten und der EU wurden diese Länder zerstört, um die dortigen Machtverhältnisse gewaltsam zu ändern und den dort lebenden Menschen das westliche Demokratieverständnis aufzuzwingen. Im Hinterkopf der „Denker“ dabei immer der Griff nach den Rohstoffen. Läuft das alles nicht wie erhofft, ist ein beliebtes Druckmittel der Griff nach Sanktionen jeglicher Art. Die daraus resultierenden Flüchtlingsströme scheinen für die westliche Gemeinschaft unerheblich, denn es geht um die Erlangung der Macht. Ganz aktuell wird das im Leitartikel der Chemnitzer „Freien Presse“ vom 10. November dargelegt. Diplomatische Aktivitäten (des Westens) „würden zwar den Migrationsdruck lindern, es wäre aber eine Schande, die Minsker Opposition im Stich zu lassen“. Bewusst oder unbewusst geschrieben, die Realität wird an diesem Satz sichtbar. Also fordern der deutsche Außenminister und die EU Sanktionen gegen Belarus. Man will die Lage in Belarus am Köcheln halten mit dem Ziel, die Änderung der Machtverhältnisse doch noch durchzusetzen und damit eine weitere Aufmarschbasis gegen Russland zu schaffen. Die in diesem Zusammenhang geflossenen Gelder des Westens sollen nicht umsonst geflossen sein.

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"Am Köcheln halten", UZ vom 3. Dezember 2021



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