Zu „Provokationen im Wasser“, UZ vom 15. Oktober

Betrogene linker Politik

Roland Winkler, Aue

Es ist richtig und gut, Hintergründe der Provokationen aufzudecken, zu erklären, was Medien bewusst verschweigen bei der Feindbildmache, um Menschen zu manipulieren und kriegsbereit zu machen. Es ist wichtig, völkerrechtliche Tatsachen zu nennen, die andere „vergessen“. Es ist ernst zu nehmen, wenn „t-online“-Nachrichten mit dem Blick auf Taiwan mit „Angst vor drittem Weltkrieg“ titeln. Es ist wichtig, der Frage nachzugehen, warum sich die geballte Militärmacht von NATO, USA und Deutschlands an Chinas oder Russlands Grenzen aufbaut. Wer kann wirklich glauben, dass es bei diesem Aufmarsch um Frieden, Völker- oder Menschenrecht, um rein moralische Werte oder Schutz vor China und Russland geht? Die westlichen Mächte haben immer klar gemacht, worum es tatsächlich geht: Um Weltherrschaft, Absatzmärkte, Rohstoffe, Handelswege, Territorien, um die Jagd nach maximalen Profitraten und das Ausschalten von Konkurrenten. (…)

Wenn Linke von Kapital-Krise-Krieg nichts mehr wissen wollen, von der Partnerschaft mit Kriegstreibern träumen, sie als Friedensbringer sehen, dann macht uns das zu einfältigen Zuschauern, Opfern, Betrogenen und Belogenen ihrer Politik. Um größte Katastrophen aufzuhalten – militärische wie ökologische, menschheitsvernichtende –, reicht eine Vielzahl vereinzelter Gegenbewegungen nicht aus. Es braucht Bündelung und über moralische Kritik hinaus gehende Überzeugung.

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"Betrogene linker Politik", UZ vom 22. Oktober 2021



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