Veranstaltung in Wuppertal gegen die Wehrpflicht – zur Nachahmung empfohlen

Drei Generationen im Kampf für Frieden

Im Anschluss an ihre jährliche Jahreshauptversammlung führt die Marx-Engels-Stiftung (MES) traditionell eine öffentliche Veranstaltung durch. Am vergangenen Samstag hatte sie dazu drei in dieser Kombination ungewöhnliche Referenten nach Wuppertal eingeladen: Paul Schnittker, geboren 1935, Peter Köster, Jahrgang 1955, und den 26-jährigen Alex aus Leipzig. Eines verband alle drei Kommunisten: Ihr Kampf gegen den Kriegsdienst.

Paul Schnittker skizzierte Entstehung, Aktivität und Ergebnis der „Ohne-uns!-Bewegung“ aus den 1950er Jahren, die das Ziel hatte, die damalige Einführung der Wehrpflicht zu verhindern. Peter Köster berichtete über die vielfältigen Aktionen des innerhalb der Bundeswehr wirkenden „Arbeitskreises Demokratische Soldaten“ (ADS) aus den 1970er Jahren. Alex schließlich rundete das Bild dieses sich nunmehr über ein Dreivierteljahrhundert erstreckenden Kampfes gegen die Militarisierung ab. Er erzählte von der aktuellen Bewegung gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht mit ihren bisherigen Höhepunkten, den Schulstreiks am 5. Dezember des letzten und am 5. März dieses Jahres.

Das Muster dieser Veranstaltung ruft nach Wiederholung an anderen Orten. Durch die historische Kontinuität wird deutlich, dass die handelnden Personen wechseln, der Gegner und seine Methoden aber bleiben dieselben – ob sie nun Franz Josef Strauß oder Boris Pistorius heißen. Auch auf Seiten der Kriegsgegner fallen Gemeinsamkeiten über die Jahrzehnte hinweg auf. In allen genannten Fällen verband sich die Verweigerung des Kriegsdienstes für die Herrschenden mit aktuellen politischen Bewegungen – in den 1950er Jahren mit dem Kampf gegen die Remilitarisierung und Spaltung Deutschlands, in den 1970er Jahren mit dem Kampf gegen den Vietnam-Krieg und heute mit dem Kampf gegen die Kriege der USA und Israels gegen Palästina und den Iran. Alle drei Bewegungen wären ohne die organisierte Arbeit von Freier Deutscher Jugend (FDJ) damals und der SDAJ heute nicht möglich gewesen. Und: Massenausstrahlung bekamen die Bewegungen immer dann, wenn es gelang, die Gewerkschaften auf der richtigen Seite in die Auseinandersetzungen zu ziehen.

So war dann auch eines der konkreten Ergebnisse der gut zweistündigen Veranstaltung die Empfehlung, am 8. Mai die Schülerinnen und Schüler, die dann wieder gegen den Kriegsdienst streiken und demonstrieren, im Anschluss in die örtlichen Gewerkschaftshäuser zu Kaffee und Kuchen einzuladen – vielleicht ja begleitet von einem solchen Podium wie dem vom 14. März in Wuppertal.

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"Drei Generationen im Kampf für Frieden", UZ vom 20. März 2026



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