Festival der Jugend – vier Tage Kultur, von Jugendlichen für Jugendliche

Über das diesjährige Pfingstwochenende, vom 07. bis zum 10.
Juni, wird erneut das alle zwei Jahre stattfindende Festival der
Jugend seine Zelte im Jugendpark Köln am Rhein aufschlagen. Zu einem
der größten linken Festivals in Deutschland zählend wird es
komplett ehrenamtlich organisiert. Das Prinzip: Von Jugendlichen für
Jugendliche. Dabei werden die Veranstalter der Sozialistischen
Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) und ihre Mitveranstalter von der
Naturfreundejugend NRW auch in diesem Jahr von mehr als 50
Organisationen und Gruppen unterstützt, darunter auch zahlreiche
Gewerkschaftsgliederungen wie die IG BAU-Jugend bundesweit oder
regionale Strukturen der IG-Metall-Jugend und der ver.di-Jugend. Rund
800 Camping- und 1500 Tagesgäste aus ganz Deutschland werden
erwartet.

„Das wird nicht irgendein Festival“, sagt Lena Kreymann,
Bundesvorsitzende der SDAJ. „Das wird ein Ort des solidarischen
Widerstands gegen Krieg und Faschismus, für eine Kultur jenseits von
Kommerz und Konkurrenz, für eine Welt, in der wir selbst bestimmen
statt in Schule, Uni und Betrieb lohngekürzt, aussortiert und immer
mehr unter Druck gesetzt zu werden. Das wird eine Party, von uns
organisiert und für unsere eigene Zukunft.“

Auch die Künstlerinnen und Künstler, die auf den Konzerten und
Partys zum Feiern und Tanzen einladen, kommen aus allen Ecken der
Republik, wobei der Kölner Rapper Veedel Kaztro den kürzesten
Anreiseweg hat. DJ Craft reist aus Berlin an und die Mod-Rock-Band
„The Movement“ reist mit ihren Vans aus Dänemark an. Mit den
Bands Steve Next Door, IONO und Rapper TAMI sowie u.a den DJs 8Moss
und Constantin Grauer sind auch einige lokale Größen vertreten. Sie
alle stehen für Gegenkultur – für eine Kultur jenseits des
oberflächlichen Mainstreams heutiger Popmusik. Die Konzerte am
Freitag und Samstag sind Open Air und kostenlos – man kann einfach
vorbei kommen!

Doch das Festival der Jugend ist mehr als nur Musik und
ausgiebiges Feiern. Es ist vor allem ein politisches Festival, wo
Jugendliche über ihre Situation in der Schule und in der Ausbildung
diskutieren und gemeinsam Aktionen planen. Die vier Tage bieten Raum,
um sich auszutauschen – über den Ausgang der EU-Wahlen oder die
Kämpfe um Personalbemessung an Krankenhäusern. Aber auch die Themen
Rechtsruck oder die Klimastreiks der „Fridays for future“
Bewegung werden eine Rolle spielen. Die Themen der Workshops und
Diskussionsrunden reichen von Bildungspolitik über
Gewerkschaftsarbeit und Antifaschismus bis hin zu Antimilitarismus
und internationalen Fragen. „Rassismus in Deutschland“, „Aktiv
werden an der eigenen Schule“ und „Der NATO-Rußland-Konflikt und
die Rolle Deutschlands“ – so heißen drei der knapp 80
Veranstaltungen. Extra für Schülerinnen und Schüler aus Köln wird
der Workshop „NRW und die Bildungsrepublik der Containerschulen“
organisiert. Hier können sich Kölner Lernende über die Situationen
an ihren Schulen austauschen und überlegen, wie man mit kaputten
Klos, mangelnder Ausstattung und co. umgehen kann.

Politische Festival heißt aber nicht nur Diskussionsrunden,
sondern auch Freizeitangebote. Jugendliche können von kreativen,
erfahrenen Köpfen lernen, wie sie ihre Gedanken in eigene
HipHop-Texte gießen oder für einen Poetry Slam aufbereiten können.
In einem Do-it-yourself-Bereich kann geupcyled werden und Speckstein
bearbeitet werden. Zusätzlich wird es die ganze Zeit die
Möglichkeit geben, sich in einer gemütliche ChillOut Area bei
Hörspielen zu erholen – ob in der Sonne oder bei Nacht unterm
Sternenhimmel.

Lara Turek, Hauptorganisatorin des Festivals, erklärt: „Über
50 Jugendliche arbeiten seit Monaten auf dieses Festival hin. ‚Von
Jugendlichen, für Jugendliche‘ ist hier keine hohle Phrase. Jeder
anwesende trägt zum Gelingen des Festivals bei. Dabei soll keiner
arm werden: Vorbeikommen ist kostenlos, nur wer Zelten möchte, muss
eine Karte kaufen, Essen gibt es zu erschwinglichen, nicht auf Gewinn
ausgelegten Preisen. Alle finden sich auf diesem Festival zusammen,
weil sie dem Motto „Zeit für Widerstand“ zustimmen.“

Weitere Infos finden sich auf www.festival-der-jugend.de

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