Gewalt in Venezuela

Venezolanische Oppositionelle haben Anfang der Woche in Caracas ein Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Brand gesetzt. Über dem Gebäude, in dem sich der Sitz des Direktoriums befindet, waren Flammen und dichter Rauch zu sehen. Ersten Berichten zufolge gab es drei Verletzte.

Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof eine Beschwerde gegen die von Präsident Maduro einberufene Verfassungsgebende Versammlung zurückgewiesen. Die Opposition fürchtet, dass Maduro über die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung – die am 30. Juli stattfinden sollen – die politische Lage stabilisieren könnte. Regierungsgegner haben angekündigt, die Wahlen zu boykottieren.

 Der wegen Anstachelung zur Gewalt verurteilte und inhaftierte Oppositionspolitiker Leopoldo López hat derweil das venezolanische Militär zur „Rebellion“ aufgerufen. Die Soldaten sollten sich der Regierung widersetzen, forderte er in einem Video, das über Twitter verbreitet wurde. Auch die Armee wolle „Freiheit und Demokratie“, so López weiter.

Seit Monaten versucht die Opposition über gewaltsame Zuspitzung einen Sturz Maduros zu erzwingen, fast 70 Menschen sind bereits bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, mit der Polizei oder durch politischen Mord zu Tode gekommen.

In Chacao, einem zum Bundesstaat Miranda gehörenden Mittelschichtsviertel der venezolanischen Hauptstadt Caracas, griffen Regierungsgegner ein Gebäude des Wohnungsbauministeriums an und gefährdeten dabei auch Kinder, die sich in einer dort untergebrachten Vorschule aufhielten. 45 Kinder und 900 Angestellte mussten wegen der Attacke evakuiert werden.

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"Gewalt in Venezuela", UZ vom 16. Juni 2017



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