Jubel über Schützengräben und Soldatengräber

Die Ukrainer haben ein Glück! Das Volk bekommt auf der „Münchner Sicherheitskonferenz“ nämlich den begehrten Ewald-von-Kleist-Preis verliehen – und zwar für „die Entschlossenheit des ukrainischen Volks, die Freiheit ihres Landes – und damit ganz Europas – zu verteidigen“, so Siko-Chef Wolfgang Ischinger. Und vom gemütlichen Hotel „Bayerischer Hof“ aus kann man den Preis auch noch „ausdrücklich den vielen Menschen, die ihr Leben im Krieg verloren haben“, widmen – wie die „Deutsche Presse-Agentur“ berichtet. Da stirbt es sich doch gleich viel leichter für die Inte­ressen der westlichen Imperialisten. Und während der Jubel über Schützengräben und Soldatengräber zieht, knallen in München schon wieder die Korken aus den Champagnerflaschen. Da wird schließlich auch noch der John-McCain-Dissertationspreis für „herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der transatlantischen Beziehungen“ verliehen. Der Namensgeber und Republikaner McCain ist schon 2018 da angekommen, wo viele besonders heldenhafte und zwangsrekrutierte ukrainische Männer noch hinsollen. Allerdings mit 81 Jahren, stinkreich und im Kreise seiner Angehörigen. Dafür gibt’s keinen Preis. Man kann nicht alles haben.

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"Jubel über Schützengräben und Soldatengräber", UZ vom 13. Februar 2026



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