Betr.: Berichterstattung vom ver.di-Bundeskongress, UZ vom 4. Oktober

Leider keine Fusion

Von Rüdiger Deißler, Berlin

Am Beispiel der jahrelangen Streikaktionen beim Weltkonzern Amazon kann man zu dem Schluss kommen, dass ver. di zur Effektivierung der Streikaktionen mit dem Ziel der Erkämpfung eines neuen Tarifvertrages auch schauen muss, wie die Lieferketten (Speditionen usw.) von und zu Amazon verlaufen, um den Konzern dort zu treffen. Die an diesem Punkt tatsächlich neu zu entwickelnde integrierte Strategie erfordert dann meines Erachtens den Zusammenschluss der Fachbereiche 12 (Handel) und 10 (Postdienste, Speditionen und Logistik) bei unserer Gewerkschaft.

Der ver.di-Bundeskongress in Leipzig konnte sich leider nicht zur Fusion von Fachbereichen entschließen. Inhaltlich sprach dafür, hier in Zukunft effektiver handeln zu können. Dass es bei jeder Art von gefühlter Zentralisierung auch Nachteile gibt, ist klar. Aber hier scheint es fast so, als wenn jeder Fachbereich seinen eigenen kleinen Vorgarten ängstlich gehütet hat.

Ich hoffe trotzdem, dass die Funktionäre meiner Gewerkschaft, der ich mit ihrem Vorläufer ÖTV nunmehr seit 45 Jahren aktiv angehöre, einen gangbaren Weg für mehr Effizienz finden, um arbeitnehmerfeindliche Großkonzerne wie Amazon in ihrer Substanz zu treffen. Der seit 2013 laufende, von mir mit Freude am langem Atem begleitete Kampf gegen die gewerkschaftsfeindlichen Machenschaften dieses US-Konzerns muss aufrecht erhalten und glaubwürdig und effektiv weiter vorangetrieben werden.

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"Leider keine Fusion", UZ vom 1. November 2019



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