Die Empörung über das Verhalten der Tarifgemeinschaft der Länder ist groß. Entsprechend hoch war die Streikbeteiligung von Beschäftigten der bayerischen Unikliniken und Hochschulen in der vergangenen Woche. Trotz Eisregen, Tiefschnee und anderer Widrigkeiten zeigten sie sich kämpferisch.
Johannes arbeitet im Klinikum Rechts der Isar. Er berichtet aus der Betriebsgruppenvernetzung: „Man merkt wirklich, dass da Strukturen entstehen. Es herrscht keine Resignationsstimmung – im Gegenteil. Die Streikbeteiligung war stabil und es ist an vielen Stellen ein zielgerichteter Streik. Wir lernen zunehmend, wie es geht.“
Am Klinikum der Universität München mussten Stationen geschlossen werden. An der Uniklinik Augsburg wurden zwei Drittel der OP-Kapazitäten bestreikt. „Besonders in der Uniklinik Regensburg war der Streik spürbar. Dort wurden diese Woche bei den Wirkungsstreiks die OPs komplett dichtgemacht, da liefen nur drei von 22 Sälen, also wirklich nur absolute Notfälle“, berichtet Johannes.
Bei der zentralen Streikversammlung mit über 600 Kolleginnen und Kollegen der Unikliniken, Hochschulen und Theater sprach Ronja als Vertreterin des Münchner Bündnisses „Nein zur Wehrpflicht“. Ihre Rede fand großen Anklang. „Muss es denn wirklich ein Streik sein? Demonstriert doch am Nachmittag“, zitierte sie bekannte Vorbehalte gegen das Mittel des Schulstreiks. „Aber: Streik in Schule, Uni und Betrieb – das ist unsere Antwort auf eure Politik! Das war die Antwort von zehntausenden Schülerinnen und Schülern.“
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht benannte Ronja klar als weiteren Schritt hin zur Kriegsvorbereitung. An die Streikenden gewandt, führte sie aus: „Für euch bedeutet die Wehrpflicht, dass die Bundesregierung unzählige Milliarden für Aufrüstung locker macht, während man euch, die jeden Tag den Laden am Laufen halten, nur ein paar Krümel anbietet. (…) Wir wollen nicht kriegstüchtig gemacht werden! Wir wollen Schulen und Universitäten, in denen man lernen kann und in denen man keine Angst haben muss, dass einem wortwörtlich die Decke auf den Kopf fällt.“
Besonders Ronjas Appell, Fachkräfte ordentlich zu bezahlen, statt Zwangsdienste einzuführen, fand große Zustimmung. „Wir stehen an eurer Seite, weil wir gemeinsam gegen Kahlschlag-Politik und Militarisierung der Gesellschaft kämpfen. In diesem Sinne: Volle Solidarität mit euren Streiks! Geld ist genug da – Zeit, es uns zu holen!“









