Lesung mit Olaf Reitz und Katy Göbel. Veranstalter: Verteilungsstelle Kunst und Geschichte
Im Juni 1941 überfiel das Deutsche Reich die Sowjetunion. Es wurde der schrecklichste und brutalste Krieg der jüngeren Geschichte. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion wird die Erinnerung an die ca. 27 Millionen Opfer in den Familien u.a durch den jährlichen Erinnerungs- und Trauertag am 22. Juni wachgehalten. Auch in vielen deutschen Familien wird man sich der Opfer erinnern, die dieser Krieg kostete und in welcher Weise er die Soldaten zeichnete und traumatisierte.
Dieser Krieg im Osten unterschied sich von anderenorts geführten Kriegen des NS-Regimes. In der Sprache des NS-Regimes war es der Feldzug gegen den „jüdisch-bolschewistischen Untermenschen“. Mit dem rassenideologisch propagierten Vernichtungskrieg sollte der Boden bereitet werden für ein deutsches Kolonialreich im Osten, ein „Deutsches Indien“.
Die deutschen Soldaten wussten, dass sie für keine ihrer Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden würden; auch nicht gegenüber der Zivilbevölkerung. Die systematische Hinrichtung von Juden, Lehrern, Priestern, Gebildeten und Kommunisten war gewollt und bezweckt.
Mit Texten des Publizisten und Wuppertaler Rabbinersohnes Albert Norden (1904-1982), mit Dokumenten zu den Kriegszielen sowie mit Berichten und Erinnerungen von wichtigen Ereignissen und Wendepunkten dieses Krieges soll an dieses große Leid, an die Opfer und die Verantwortlichen erinnert werden.
Eingeladen sind auch die Nachfahren der betroffenen Völker, die heute unter uns in Wuppertal leben und über ihre Erinnerungskultur berichten können.