„Erfolgreiche Drohnenangriffe hinter den Frontlinien und tiefer im Inneren Russlands geben Kiew Anlass zu Optimismus und verschieben das Kräfteverhältnis“, schreibt der „Rheinische Merkur“ am 6. Juni. Mit dem Drohnenkrieg gewinne Kiew gegen Russland „wieder die Oberhand“. Seit Monaten ist dies das neue Narrativ im westlichen Informationskrieg. Mit den Drohnen habe Kiew einen Weg gefunden, um mit „Schlägen tief im russischen Hinterland“ Russlands Ölindustrie zu treffen, Logistik- und Versorgungsprobleme zu schaffen und Putin zu schwächen. Mit magischem Denken sehnt man sich nach dem „Maidan“ in Moskau. Um Unzufriedenheit und Panik zu schüren, greift Kiew auch zu Terrorangriffen gegen die Zivilbevölkerung.
Der Hype um den ukrainischen Drohnenkrieg gilt westlichen Medien als Signal, dass Kiew trotz reduzierter US-Hilfe den Krieg fortsetzen kann: „Ukraine dreht den Spieß um: Drohnen ersetzen US-Hilfe“, schreibt der „Rheinische Merkur“. Natürlich nicht ohne die helfende Hand EU-Europas! Massenproduktion von Drohnen ist in der Ukraine immer weniger möglich, da Russland die Kriegsproduktion systematisch zerstört. Drohnenhersteller für die Ukraine im industriellen Maßstab sind primär EU-Rüstungskonzerne. Der Drohnen-Hype soll auch den Völkern Westeuropas einbläuen, ihre Opfer für Aufrüstung und Ukraine-Krieg besäßen einen Sinn.
Baltische Länder und Finnland stellen ihren Luftraum für Drohnenschwärme gen Russland zur Verfügung, inklusive für Abstürze beim Anflug. Mit der Drohnenproduktion und der Gewährung von Überflugrechten für Angriffe sind die Westeuropäer Kriegspartei. In Russland nehmen Forderungen zu, dem Vorbild des Iran zu folgen. Der Iran antwortet auf Angriffe von US-Basen am Golf mit der Bombardierung der Golfstaaten. Auch Russland droht Westeuropa mit Vergeltung für Provokationen. Bisher beschränkt es seine Reaktion auf hybride Angriffe und auf die Unterstützung von Gegnern der NATO in anderen Weltregionen. Putin will keine Ausweitung des Konflikts in Europa. Er setzt voll auf den Erfolg der Bodenoffensive in der Ukraine.

Der Drohnen-Hype dient auch zur Ablenkung von der Bodenoffensive. Jahrelang beschworen NATO-Medien ein „Patt“ an der Front. Seltsamerweise rückten die Russen trotz „Patt“ stetig weiter nach Westen. Jetzt formuliert der „Rheinische Merkur“ vorsichtig, Kiews Drohnen könnten „die Fähigkeit Russlands verringern, Offensivschwung zu halten und vorzurücken.“ (6. Juni 2026) Man weiß, die Russen sind kurz vor der völligen Einnahme der Großstadt Konstantinowka. Danach werden sie in Slawjansk und Kramatorsk einsickern, in die letzten beiden Donbass-Festungen, die die ukrainischen Truppen noch halten. Kiews Achillesferse ist der Mangel an Soldaten.
Die Armee Kiews schrumpft durch Massendesertion und heftigen, zunehmend gewalttätigen Widerstand gegen die Mobilisierung. Ohne Infanterie lässt sich aber keine Front halten. Im Übrigen führen auch die Russen einen Drohnenkrieg gegen Nachschublinien ukrainischer Truppenteile, die an diversen Orten eingekesselt sind. Zugleich verfügen die Russen über die nötigen Infanteriekräfte, um die Front langsam, aber stetig westwärts zu verschieben. Um diesen Vormarsch zu stoppen, wollen Selenski und die EU-Europäer jetzt die USA in eine neue Kampagne für das „Einfrieren der Front“ ziehen. Putin verwies auf dem Wirtschaftsforum in Leningrad auf die Minsker Abkommen, die laut späteren Aussagen Merkels und Hollandes nur darauf zielten, „der Ukraine Zeit für die Wiederaufrüstung zu kaufen“. Solche Abkommen brauche man nicht. Das einzige Ziel der ukrainischen Seite sei, „die Offensive unserer Streitkräfte zu stoppen. Das ist alles. Und wir brauchen Abkommen. Nicht für sechs Monate, nicht für drei Monate, sondern für eine lange historische Perspektive.“


