Weit mehr als 10.000 Demonstranten sind am Sonntag mit der LL-Demo zu den Gräbern von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gezogen. Die beiden Antimilitaristen und Mitbegründer der KPD waren am 15. Januar 1919 von der Reaktion ermordet worden. Ihr konsequenter Friedenskampf ist heute Vorbild – auch für viele junge Menschen, die unter anderem durch die neue Wehrpflicht bedroht sind. Sie prägten das Bild der Demonstration und auch der Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung „junge Welt“ am Vortag. Allein die SDAJ hatte mehr als 700 Jugendliche nach Berlin mobilisiert. Ein zweites Merkmal: Internationale und antiimperialistische Solidarität. Im Block der DKP mit hunderten Teilnehmern hatten sich Kommunistinnen und Kommunisten aus Belgien, Britannien, Dänemark, Portugal, Schweden und der Tschechischen Republik eingereiht. Auch Genossinnen und Genossen der griechischen KKE und der türkischen TKP waren mit starken Blöcken dabei.
Internationale Solidarität vor allem mit Venezuela, Kuba und Palästina war am ganzen Wochenende präsent. Bereits am Freitag diskutierten im Theater Ost Botschaftsvertreter der VR China, Kubas und Vietnams auf Einladung der DKP über die Chancen einer multipolaren Weltordnung. Mehr als 200 Gäste waren gekommen – sie konnten auch den Gesandter-Botschaftsrat Venezuelas, Martín Saatdjian, begrüßen. Er forderte in seiner Ansprache die sofortige Freilassung des Präsidenten Nicolás Maduro und den Stopp der Aggression gegen sein Heimatland.
Die „junge Welt“ verkündete für die Konferenz am Samstag in den Wilhelm Studios erneut einen Besucherrekord. Weit mehr als 4.000 Teilnehmer hatten es trotz erschwerter Bedingungen nach Berlin geschafft – etliche Züge waren ausgefallen oder blieben auf der Strecke, und über die Autobahn ging es im Schneckentempo. In Berlin angekommen, tat das Stimmung und Konzentration keinen Abbruch. Mit großer Aufmerksamkeit wurden Reden, Kulturbeiträge und die Podiumsdiskussionen zum Widerstand gegen Wehrpflicht und zur Verknüpfung von Friedens- und sozialen Kämpfen verfolgt.
Am Abend schloss sich das LLL-Treffen der DKP an. Mark Ellmann, der die Veranstaltung moderierte, konnte auch hier zahlreiche internationale Gäste begrüßen. „Wo bleiben die Milliarden?“, fragte Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, mit Blick auf den zunehmenden Verfall von Infrastruktur und Daseinsvorsorge – und stellte damit auch eine neue Aktion der Friedensbewegung vor. Das Geld, das in Hochrüstung und Krieg gesteckt wird, fehle überall. Als Aufgabe für dieses Jahr betonte Köbele vor allem, den Kampf gegen die Stationierung neuer US-Raketen und gegen die Wehrpflicht zu intensivieren. Andrea Hornung, Vorsitzende der SDAJ, informierte in ihrem Grußwort zuvor über den Widerstand gegen die Wehrpflicht und die Planungen für einen zweiten Schulstreik am 5. März. „Ihn zum Erfolg zu führen“, so Hornung, „können alle helfen – zum Beispiel durch die Gründung von Eltern-, Stadtteil- oder Lehrergruppen gegen den Kriegsdienst!“ Yoram Bejarano und Kutlu Yurtseven von der Microphone Mafia sorgten für einen ebenso schönen wie kämpferischen Abschluss des Abends.
Die DKP hat an diesem Wochenende auch ihre UZ-Kampagne gestartet. 1.000 neue Probeleserinnen und Probeleser und 250 neue Abonnenten sollen bis zu den UZ-Friedenstagen am letzten August-Wochenende in Berlin gewonnen werden. Die Bögen sind noch nicht gezählt, aber wir sind sicher: Die ersten 100 sind geschafft.
UZ wird in der kommenden Ausgabe über einzelne Programmpunkte des Luxemburg-Liebknecht-Wochenendes berichten. An dieser Stelle bedanken wir uns im Namen des Parteivorstandes bei allen Helferinnen und Helfern. Sie hatten durch den Ausfall von Genossinnen und Genossen, die es nicht nach Berlin geschafft haben, einiges aufzufangen, und haben es, wie so oft, solidarisch und gut gemeistert.
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