Zu „Zersplittert, störanfällig und dennoch profitabel?“, UZ vom 15. Mai

Vorfahrt für Reisebusse

Gerlach Fronemann, Leipzig

Ich stimme in allen Punkten mit Torben Müller überein. Ich vermisse im Abschnitt zum Thema Reise- und Fernreisebusse jedoch einen Hinweis darauf, dass diese seit vielen Jahren völlig „mautfrei“ auf unseren Fernstraßen fahren. Während der Trassenpreis für den Schienenverkehr je nach Nutzungsart (Personen oder Güterverkehr) zwischen 2,92 Euro und 9,97 Euro je Kilometer liegt, nutzen Reisebusse die Straßeninfrastruktur kostenlos. Für Reisebusse über 7,5 Tonnen sind einzig 2 bis 4 Cent/km CO2-Aufschlag zu entrichten. Das macht auf einer Strecke von 1.000 Kilometern 20 bis 40 Euro aus. Für einen Personenzug sind es für dieselbe Strecke auf der Schiene im günstigsten Fall 2.920 Euro.

Der Einsatz nationaler wie auch ausländischer Fernreisebusse wird also seit Jahrzehnten von unseren Bundespolitikern subventioniert. Das geschieht nicht ohne Gegenleistung. Die Lobby der in der BRD nach wie vor starken Omnibushersteller, der Reisebusbranche sowie die der Fremdenverkehrs- und Touristikverbände hat dafür im Lauf vieler Jahre wohl gewaltige Summen „ausgespuckt.“ Das dürfte von großzügigen Einladungen bis hin zu noch großzügigeren Parteispenden reichen.

Da meine Frau und ich seit Jahren kein Auto mehr haben und Vielfahrer mit der Eisenbahn sind, haben wir von Jahr zu Jahr immer größere Katastrophen erlebt und sind besonders von den Auswirkungen der deutschen und internationalen Verkehrspolitik betroffen.

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"Vorfahrt für Reisebusse", UZ vom 12. Juni 2026



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