Zu Leserbrief „Hinterfragen verboten?“, UZ vom 22. Januar

Wer zerstört die Umwelt?

Rainer Hesse, per E-Mail

Grundsätzlich ist Misstrauen angesagt, wenn die Herrschenden eine These als gegeben betrachten und sie für sich nutzen. Wollen Wissenschaftler seriöse Hinweise publizieren, die nicht ganz der offiziell vorgegebenen Meinung entsprechen, wenn sie komplexere Zusammenhänge darstellen und eben gerade nicht den „menschengemachten Klimawandel“ als These so unterstützen, werden sie akademisch hingerichtet.

Unbestritten ist jedoch, dass die Menschheit diesen Planeten, ihre Heimat, schädigt. Unmengen an Dreck werden in die Luft geblasen, unser Grundwasser, Flüsse und Meere werden verseucht, die Kontamination mit Plastik ist irreversibel. Ich wehre mich jedoch gegen das „Wir“. Wir, die ganz gewöhnlichen Leute, Werktätige, Kinder und Rentner haben eher geringen Einfluss darauf. Es sind andere, wenige Familien auf der Welt, die bestimmen, was, wann, wo und wie produziert wird. Wir einfachen Leute müssen das nehmen, was man uns vorsetzt. Unsere finanziellen Spielräume sind sehr beschränkt, um auf teurere, umweltfreundlichere Produkte zugreifen zu können, wenn es die denn überhaupt gibt. Es lässt sich mit allem ein Geschäft machen. Die Leute kaufen nun umweltschädliche E-Autos und glauben auch noch daran, der Umwelt damit gedient zu haben. Vergessen wir nicht die vielen Verbrauchsteuern mit solchen hübschen Namen wie „Ökoabgabe“ oder „CO2-Steuer“. Wer kann denn ernsthaft etwas dagegen haben? Es ist ja für die Umwelt, nicht wahr?

Ja, Christel Buchingers Bedenken sind berechtigt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir dennoch unseren Planeten verseuchen und für viele Lebensformen nach und nach unbewohnbar machen. Und wofür? Für Profite weniger auf unser aller Kosten. Es gibt nur eins: entweder Barbarei oder Sozialismus.

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"Wer zerstört die Umwelt?", UZ vom 12. Februar 2021



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