Auschwitz-Gedenken in Leipzig

Am 27.1.1945 wurde das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit. Genau ein Jahr vorher machte sie der barbarischen Blockade Leningrads ein Ende. Zwei Tage in der Geschichte des zweiten Weltkrieges, die im Zusammenhang stehen und im Gedächtnis der Völker auf ewig eingebrannt bleiben müssen. Zum Gedenken an die Verbrechen des Faschismus, an die Ausrottung ganzer Völker wurden auch in Leipzig zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust an Orten, die an die Greultaten der Nazis erinnern, Blumen niedergelegt und Reden gehalten. Zwei öffentliche Kundgebungen fanden statt. Am Lindenauer Markt und im Leipziger Hauptbahnhof, am Denkmal der Deportierten, für das der Leipziger Verein „Roter Stern“ die Patenschaft übernommen hat.

Seit 2012 steht ein stilisierter Koffer am Gleis 24 und erinnert daran, dass die Deutsche Reichsbahn während der faschistischen NS-Diktatur Tausende Menschen in die Konzentrationslager Auschwitz, Theresienstadt, Riga und Belzyce deportierte. Noch am 14. Februar 1945 fand von Leipzig aus ein Transport von 169 Menschen in das KZ Theresienstadt statt. Dass dieses Mahnmal möglich wurde ist dem Druck vieler engagierter Antifaschisten gegenüber der Deutschen Bahn zu verdanken und einem Spendenaufkommen in Höhe von 12.000 Euro.

Erinnert wurde am 27. Januar daran, dass die Deportationen keineswegs von der Bevölkerung unbemerkt stattfanden. Die Gefolgschaft hinterm Hakenkreuz, für die viele Faktoren verantwortlich waren, ist kein Mythos. Ebenso ist es kein Mythos, wie hier ergänzt werden muss, dass der Judenhass der faschistischen Ideologen und Politiker, der schon vor 1933 erkennbar war, geschichtlich niemals seine grausigen Folgen hätte hervorbringen können, wäre den Faschisten nicht durch die reaktionärsten Kreise des Finanzkapitals die Macht übertragen worden. Das Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung Europas entsprang nicht allein der Ideologie des faschistischen Antisemitismus, sondern es wurde durch die maßlosen Ziele des deutschen Imperialismus hervorgerufen, dessen Interessen die faschistischen Führer verfolgten. In diesem Zusammenhang dürfen auch die unlängst aufgedeckten Schenker Verbrechen, verübt im Verbund mit der Deutschen Reichsbahn nicht ungesühnt bleiben. Schenker heute ist eine DB-Tochter, also im Eigentum des Staates – wie zur NS-Zeit.

Dass der Schoß fruchtbar noch ist, aus dem das kroch, wie es im „Arturo Ui“ heißt, dass das Verschweigen der geschichtlichen Wahrheit in Erziehung und Bildung, dass die Bekämpfung des Antifaschismus durch Streichung der Gemeinnützigkeit von VVN BdA genau in diesem Sinne wirkt, zeigt sich auch daran, dass einige Zeit nach der Kundgebung die Gedenkinstallation im Leipziger Hauptbahnhof durch Anbringen einer Rommel-Gedenkmünze geschändet wurde. Deshalb: Bei allen Appellen an die Menschlichkeit, es darf niemals vergessen werden, dass die jüdischen Menschen Europas Opfer einer Strategie wurden, die zu einem umfassenden imperialistischen Konzept gehörte: Dem Plan des deutschen Imperialismus die Welt zu beherrschen, die Welt auszubeuten.

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