Betr.: Thomas Mehner: „Die treibende Kraft bekämpfen“, UZ vom 26.1., S.12

Besser eine leere Seite

Von Norbert Birkwald, Mörfelden-Walldorf

Da gebt ihr Thomas Mehner eine ganze Seite (okay, ein gutes Drittel füllt die Karikatur von John Heartfield aus), damit er gegen antifaschistische Kräfte, die VVN-BdA und „Aufstehen gegen Rassismus“ stänkern kann. Es gibt ja die alte Frage, wem nützt es? Jedenfalls keinem Leser, keiner Leserin, die sich fragen, was sie tun können, um der Tendenz entgegenzutreten, AfD & Co. hoffähig zu machen. Mehner beleidigt diese Leser*innen, wenn er behauptet, es zeuge von „falschem Bewusstsein“, wenn wir (ich zähle mich zu den Aktivisten von „Aufstehen gegen Rassismus“ und bin einer der Sprecher der hessischen VVN-BdA) uns dafür einsetzen, rote Linien gegen Rassismus, Chauvinismus, Antisemitismus und Hetze gegen Flüchtende zu ziehen. Uns zu unterstellen, wir würden den Kampf gegen Militarismus und Sozialabbau „bewusst blockieren“, ist infam. Zu behaupten, Aufstehen gegen Rassismus stoße „die zum Faschismus verführten Menschen … von uns ab“, ist ungeheuerlich. Allerdings sei Mehner das Zitat vom Präsident der Frankfurter Eintracht, Peter Fischer, vorgehalten: „Es kann niemand bei uns (gemeint ist Eintracht Frankfurt) Mitglied sein, (der AfD) wählt, eine Partei, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ Sich mit Peter Fischer gegen die Angriffe der AfD, denen er sich seit dieser Äußerungen ausgesetzt sieht, zu solidarisieren, ist allemal dem Antifaschismus nützlicher, als sich weiter mit den Ausführungen von Mehner zu beschäftigen.

Mehners Artikel nützt niemandem. Eine leere Seite 12 wäre erfreulicher gewesen.

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"Besser eine leere Seite", UZ vom 2. Februar 2018



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