USA und Israel beginnen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran – Mehr als 150 Schülerinnen unter den ersten Opfern

Bombenterror gegen Kinder

China hält den US-israelischen Überraschungsangriff während der Verhandlungen für inakzeptabel. Europäische Spitzenpolitiker – Merz, Starmer, Macron – dagegen fordern Teheran in einer gemeinsamen Erklärung auf, umgehend zu diplomatischen Gesprächen zurückzukehren – die die USA verlassen hatten. Diesen Krieg ohne Not zu beginnen war die wohl seit langem folgenreichste Entscheidung einer machthungrigen Politik.

Nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran ist der Krieg um den Nahen Osten voll entbrannt. Der Iran hatte seine Ankündigung wahr gemacht: Jeder Angriff auf den Iran würde mit einer umfassenden militärischen Reaktion beantwortet werden.

Begonnen hatte der Krieg noch vor der Bombardierung Teherans mit schweren israelischen Angriffen auf den Libanon. Israel zerstörte den Waffenstillstand, der schon bisher nur auf dem Papier bestanden hatte, mit seinen Bomben, um die Hisbollah vor einer Unterstützung des Iran zu schwächen. „Nach monatelangen Vorbereitungen“, hieß es aus Tel Aviv, sei der Angriff auf den Iran durchgeführt worden. Es sollte wieder ein Überraschungsangriff werden wie im Juni letzten Jahres. Damals hatte Israel den Iran täuschen können, als die Verantwortlichen meinten, die Verhandlungen um das Atomprogramm seien ernst gemeint. Diesmal war Regierung und Militär klar: Die Verhandlungen waren ein Täuschungsmanöver. Das Ziel eines Angriffs würden die Spitzen von Staat, Regierung und Militär sein, ein „Enthauptungsschlag“. Alle Verantwortlichen mussten ihre Nachfolge regeln.

Dennoch beteiligte sich der Iran ernsthaft an den Verhandlungen und dem Finden einer Lösung. Nicht zuletzt, um der Bevölkerung zu zeigen, dass die Regierung keinen Krieg suchte. Vergebens. Keine zivile Nukleartechnik welcher Art auch immer, keine Raketentechnologie, kein Einfluss in der Region, keine Unterstützung für Hamas oder Hisbollah – das war Inhalt des Ultimatums an den Iran. Trump forderte die Bevölkerung des Iran auf, die Regierung zu stürzen. Regime-Change im Iran war und ist das Ziel der USA und Israels seit Bestehen der Islamischen Republik. Der „Enthauptungsschlag“ traf den Verteidigungsminister, Kommandeure und vor allem das politische und religiöse Oberhaupt des Iran, Ali Chamenei. Er starb zusammen mit Familienmitgliedern in den Trümmern seiner Residenz.

Fast unmittelbar nach dem Angriff der USA und Israels startete der Iran seine Raketen. Vermutlich alle Stützpunkte, die die USA um den Iran herum aufgebaut hatten, wurden in den ersten 24 Stunden des Krieges und danach beschädigt oder zerstört. Darunter ist auch eine Radaranlage (Kosten: 1 Milliarde US-Dollar), die bis zu 5.000 Kilometer weit blicken konnte. In Israel gibt es immer wieder Luftalarm und Raketeneinschläge. Das wichtige Nadelöhr des internationalen Energiehandels, die Straße von Hormus, ist de facto geschlossen. Und selbst eine Kabinettssitzung in Jerusalem war Ziel einer iranischen Rakete. Sie schlug in der Nähe des Meetings ein.

Umgekehrt griffen US-amerikanische oder israelische Flugzeuge militärische und zivile Ziele an. Darunter war ein besonders brutaler Angriff auf eine Mädchenschule. Nach den Erfahrungen in Gaza muss man vermuten: absichtlich. In der Schule starben mehr als 150 Schülerinnen.

Der Krieg erweitert seine Kreise. Bomben auf Beirut, Raketen der Hisbollah, Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak und im Gegenzug Bomben auf Unterstützer des Iran, Tote bei Protesten in Pakistan, steigende Energiepreise und ein Ende zur Stunde nicht in Sicht. Nach Jahren offener und verdeckter Angriffe, nach der Ermordung von Wissenschaftlern und dem doppelten Betrug, den Angriffen während der Verhandlungen im Juni und nun erneut, scheint für den Iran eine „rote Linie“ endgültig überschritten. Irans Sicherheitschef Ali Larijani schließt Verhandlungen mit den USA aus.

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"Bombenterror gegen Kinder", UZ vom 6. März 2026



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