Zur UZ-Diskussionstribüne vom 16. Dezember 2022

Für maßvollen Umgang

Wolfgang Richel, Wuppertal

Die Diskussionstribüne erscheint mir übersichtlicher als früher. Das Meinungsspektrum in der Ausgabe vom 16. Dezember 2022 war ein guter Einstieg für Nachleserinnen und -leser. Zwischen denen, die erkannten, dass es am Abend des 24. Februar „um alles“ geht, also auch – im Falle einer russischen Niederlage – um Kuba, Syrien, sogar um die Existenz unserer „legalen“ Partei, siehe Verschärfung des Artikels 130, und der Parteimitglieder, denen eine stets fruchtbare Diskussion über Auslegung des Marxismus wichtig ist, tut sich nun ein Spalt auf. Uns droht eine Wagenburgmentalität, wenn wir uns nicht an Friedrich Engels‘ Worte erinnern, dass der Marxismus ein Werkzeugkasten ist. Keine Beliebigkeit ist angebracht, aber als Lucas Zeise vor einiger Zeit noch einen „Kassensturz“ in puncto Chinas Ideologie-Festigkeit einforderte, bekam er viel Schimpfe. Auch Hermann Kopps „Dia-Vortrag“ über dieses Riesenland mit seinen vielen Sprachen brachte unsere Kreisgruppe zum Grübeln. Tatsache ist, dass China aus Fehlern der UdSSR lernen konnte, wobei uns die Probleme (1952 noch keine geteerten Straßen, um Ernten vor dem Verfaulen zu retten, so Wolfgang Tschirner) vom ersten Tag nach der Revolution bekannt sind. Also wünsche ich uns einen maßvollen Umgang untereinander.

Und eins noch: Lasst uns bei der Suche nach Bündnispartnern – auch für den Tag X (Kuba-Einmarsch?) – die ehrlichen Christen wie Eugen Drevermann und Franziskus (siehe Ralf Hohmann in UZ vom 27. Mai 2022), gegen den verlogenen neoliberalen Mob unterstützen!

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"Für maßvollen Umgang", UZ vom 27. Januar 2023



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