Betr.: „Hurra – es wird wieder reformiert“, UZ vom 29.4.2016

Grundsicherung reicht nicht zum Leben

Von Jürgen Endreß, Nürnberg

Natürlich kann man den Inhalt des genannten Artikels unterschreiben. Dennoch, so meinen wir, werden Rentner/Rentnerinnen, die Grundsicherung (eine Umschreibung für Sozialhilfe für alte Menschen) beziehen, einfach bei „Rentenerhöhungen“ und auch in der Diskussion um diese, nach dem Motto „Wer arm ist, soll auch arm bleiben“, vergessen. Alleine in Nürnberg sind es 6 500 Menschen, die zwar diese Grundsicherung beziehen, aber dennoch Flaschen sammeln müssen, ein Leben in Isolation fristen.

So müssen Frauen und Männer, die ihr gesamtes Leben z. B. im Dienstleistungsbereich geschuftet haben, feststellen, die Rente (zwischen 480,- und 720,- Euro) reicht nicht zum Leben und nicht zum Sterben, sie müssen den entwürdigen Gang zum Sozialamt antreten, um Grundsicherung zu erhalten.

Bei einer Rentenerhöhung kommt sofort die Krankenkasse und erhöht den Beitrag, während die zu erwartende Mieterhöhung, trotz Mietzuschuss, den Rest wegfrisst. Sollten dennoch ein paar Euro übrig bleiben, wird dieser Betrag von der Grundsicherung abgezogen. Was bleibt? Nichts.

Kein Euro mehr im Geldbeutel von Rentnern/Rentnerinnen, die Grundsicherung erhalten. Für diese rund 12, 5 Millionen Menschen in Deutschland, die juristisch als arm gelten, ist jedes gesprochene Wort von Rentenerhöhung reine Augenwischerei.

Wir Nürnberger Grundsicherungsbezieher (haben) uns aufgemacht gegen diese Ungleichheit, gegen diese staatlich organisierte Altersarmut Front zu machen.

(…) Zusatz-Info: Die Medienwerkstatt Franken hat einen Film über Altersarmut in die Öffentlichkeit gebracht, in dem Betroffene zu Wort kommen. Dieser Film kann abgerufen werden.

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"Grundsicherung reicht nicht zum Leben", UZ vom 6. Mai 2016



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