Reaktionen der DKP und von UZ-Leserinnen auf ZDF-Kindersendung „logo!“ zu Taurus-Marschflugkörpern

Protest gegen Kriegspropaganda für Kinder

„Dem Olaf Scholz müssten wir Marschflugkörper mal ordentlich den Marsch blasen“, so beginnt ein Video, das die ZDF-Kindersendung „logo!“ auf YouTube und seinen Social-Media-Kanälen verbreitet. Darin beschweren sich animierte Marschflugkörper aus Deutschland, Frankreich und Britannien und ein Panzer vom Typ „Leopard II“ darüber, dass der deutsche Bundeskanzler noch keine „Taurus“-Lieferung an die Ukraine genehmigt hat. Scholz wird vorgeworfen, dass er „zögert und zaudert“, der „Taurus“-Marschflugkörper rühmt sich seiner „krassen Reichweite“ und dafür, „eindeutig der bessere Marschflugkörper“ zu sein. „Wohl eher ein Arschflugkörper, wenn du nicht bald hier auftauchst“, entgegnet der britische „Storm Shadow“. Das ZDF nennt das Satire.

Die DKP erklärte dazu am 1. März: „In Kriegszeiten kommt dem staatlichen Rundfunk die Funktion zu, die Heimatfront zu stärken, den Eskalations- und Hochrüstungskurs zu befeuern und Kritik daran kleinzuhalten. Kinder sollen zu Kanonenfutter erzogen werden, und dafür steigen die Rundfunkgebühren – ein Irrsinn. Die DKP fordert ein mediales Umfeld für Kinder, das Konflikte lösungs- und nicht weltkriegsorientiert behandelt, das auf Diplomatie und Ausgleich setzt und nicht die Propaganda des Kriegsbündnisses NATO predigt. Kinder haben ein Recht darauf, frei von militaristischer Gehirnwäsche in Frieden aufzuwachsen. Diese Aufgabe nimmt der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr wahr. Deshalb wehrt sich die DKP gegen die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags, mit dem die Bevölkerung dazu gezwungen wird, für die tägliche Kriegspropaganda zu bezahlen.“

UZ-Leserin Ursula Vogt aus Regensburg schrieb an das ZDF:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
auf Ihrem Kinderkanal lassen Sie Waffen – oh, wie putzig, oh, wie niedlich – darüber diskutieren, ob Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine geliefert werden sollen oder nicht. Ich protestiere als Mutter und Großmutter schärfstens gegen Ihre Kriegshetzerei, die Sie nun auch über die Kleinen ergießen.

Haben Sie mittlerweile den letzten Rest an Anstand verloren? Was auf dem Kinderkanal wie auch auf all Ihren anderen Kanälen als ausgewogenes Pro und Contra daherkommen will, ist primitivste Manipulation. Allein die Darstellung von todbringenden Waffen als putzige Figürchen ist empörend!“

UZ-Leserin Christa Weber aus Berlin schickte uns ihren Text

„­Kinder kommt zur Bundeswehr“:

Kinder, kommt zur Bundeswehr!
Hei, das ist ein lustig Leben!
Abenteuer kann man da
jeden Tag aufs Neu erleben.

Kann ganz gratis viele fremde
Städt und Länder mal bereisen
Kann erlernen dies und das –
unendlich viele Arbeitsweisen
(…)
Ja, da gibt’s auch manchmal Pannen,
dass ein Kind erschossen wird
oder eine Dorfgesellschaft,
die sich hat vielleicht verirrt.
(…)
Dies sei dir zum Trost versichert:
in Zukunft bekommt die Bundeswehr
Noch viel präzis’re, schärf’re Waffen,
wir stecken viel Geld in unser Heer.
(…)
Lasst euch also nicht abhalten,
Kinder, kommt zur Bundeswehr!
Stillgestanden! Auf! Marsch! Marsch!
Nur nicht feige! Ans Gewehr!
(…)

Das Stück ist, gesungen von Christa Weber mit Musik von Christof Herzog, auf dem YouTube-Kanal „Gegenstimmen“ zu hören: kurzelinks.de/musiktheaterUZ

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"Protest gegen Kriegspropaganda für Kinder", UZ vom 8. März 2024



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